Die Bratpfanne, die Vögel und ich


Nach so vielen Jahren mit Erfahrungswerten in Bezug auf die Krankheit MCS. Ein Beispiel für meine Arglosigkeit im Umgang mit dieser. 😦 Nein, da ist keine Hysterie. Keine Spur von einem Ökochonder. Ich bin ein ganz normaler Mensch ausser, dass ich MCS habe. Manchmal, wenn es mir aber richtig gut geht, dann werde ich für meine Verhältnisse einfach übermütig, werfe meine Erfahrungswerte über Bord und stürze mich ins „Abenteuer“. So auch, als ich diese Bratpfanne im Angebot gesehen habe. Top-Qualität zu günstigem Preis!

Antihaftbeschichtung PTFE, früher sagte man schlich und einfach Teflon dazu. Ich stehe vor dem Angebot und zögere. Meine innere Stimme sagt: „Jetzt hab Dich nicht so. Du hast deine Teflonpfannen vor Jahren aus dem Haushalt verbannt, weil Du sie nicht vertragen hast. Vielleicht, jetzt, viele Jahre später, sind die gar nicht mehr so giftig. Die Hersteller entwickeln die Produkte doch weiter. Da sind sicher strengere Grenzwerte. Probier es doch einfach aus“!

Meine innere Stimme hat damals ganz klar gewonnen. Lange stand diese Pfanne jetzt bei mir im Schrank und erst kürzlich, als meine alte Keramikbratpfanne schon ziemlich kaputt war, nahm ich die Teflonpfanne hervor. Natürlich habe ich sie erst Mal gründlich ausgewaschen. Alles was der Hersteller vor in Betriebnahme empfiehlt. Vorher noch mit Öl eingerieben und ausgerieben und dann darin Omeletten gemacht. Kein ätzender Geruch. Nichts! „Siehste“, sagte meine innere Stimme, „ist überhaupt nicht schlimm“.

Während dem Kochen fingen meine Fusssohlen an zu brennen. Eigentlich wäre das eines der ersten Zeichen, dass ich etwas nicht vertrage. Aber ich schenkte dem keine grosse Beachtung. „Ist ja auch grad Rheumawetter“, dachte ich. Nachdem ich die Omeletten gegessen habe, brannten aber die Schleimhäute im Mund, der Rachen und die Zunge. Auch da war ich noch relativ gelassen. Als ich abends ins Bett ging, war da dieser lästige Reizhusten, mein Mund war trocken, so dass die Zunge fast am Gaumen kleben blieb. Da haben bereits ein wenig die Alarmglocken geläutet, und als sich darauf auch noch eine schlaflose Nacht mit Herzrhythmusstörungen, schwerer Übelkeit und brennenden Augen einstellte, da wusste ich: das ist gar nicht gut. Ich hatte Mitten in der Nacht ein extrem stark brennendes Hungergefühl. Mein Magen schmerzte. Es fühlte sich an als hätte ich ein grosses leeres Loch im Bauch und darin wäre „Durchzug“. Ich stand auf, ging in die Küche und trank ein Glas Wasser. Selbst das Wasser schmerzte. Mir war hundeelend.

Wie so oft in solchen Fällen, wenn mich neben der körperlichen Erschöpfung die ein Auslöser verursacht diese gleichzeitige innere Unruhe aber nicht schlafen lässt, und wenn aufgrund der heftigen Symptome Panik aufkommt, weil ich offensichtlich wieder einmal auf etwas so extrem reagiere, dass ich das Gefühl habe sterben zu müssen, dann frage ich mich, warum das so ist und um mich abzulenken, und weil ich es wissen will, fahre ich den Computer hoch und fange an im Internet an zu recherchieren. Meine Frage an Google: „Teflonpfannen schädlich“?

Die Antwort war eindeutig, abgesehen von den üblichen Beschwichtigungen in Bezug auf Materialprüfungen, Grenzwerte und deren Unbedenklichkeit, und bei sachgerechter Anwendung. Zuerst fand ich zwei vielsagende Artikel über die Schädlichkeit der Ausgasungen des Teflons durch erhitzen, und dass da in einem Fall reihenweise die Vögel von der Stange kippten. Die armen Vögel 😦     Hier der Bericht.
https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Massensterben-beim-Raclette/story/23166760

Ich bin nicht wirklich erstaunt, aber doch sehr angetan von diesem Text! In einem Artikel wo nicht von MCS die Rede ist sondern von der Schädlichkeit von Ausgasungen aus Teflonpfannen im Zusammenhang mit Kanarienvögeln. Wow! Wir von der Krankheit MCS Betroffenen werden ja Canaries genannt, weil wir als eine Art Warner für die normale Gesellschaft gesehen werden. Warum das so ist, habe ich bereits einmal in einem Blogartikel geklärt und auch in diesem Video : https://www.youtube.com/watch?v=DOLO-lwiHq4

Früher starben die Kanarienvögel „unter Tage“ im Bergbau. Heute fallen sie in einem ganz normalen Haushalt aufgrund der Giftgase von der Stange. Das sollte uns zu denken geben.

Nun denn, nachdem ich ja zu diesen menschlichen Kanarienvögeln gehöre, wundert es mich nicht, dass ich nun aufgrund meines Pfannenerlebnisses so schwere Symptome habe. Ich recherchiere weiter. Ich möchte wissen, welche Ausgasungen für den Tod der Vögel verantwortlich sind, die ja auch für den Menschen schädlich sein sollen. Und ich finde unter anderem (es werden schädliche Ausgasungen erwähnt, aber nur zwei Gase beim Namen genannt) zwei hoch giftige Gase, die ich hier mit Hilfe von Wikipedia erklären möchte.

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Fluorwasserstoffsäure/Flusssäure

Wikipedia sagt, dass Flusssäure ein starkes Kontaktgift ist und es würde von der Haut sofort resorbiert werden. Dadurch sei eine Verätzung tieferer Gewebeschichten und sogar der Knochen möglich. Daneben trägt zur Gefährlichkeit von Flusssäure bei, dass die Fluoridionen den Calcium- und Magnesiumstoffwechsel blockieren und wichtige Enzyme hemmen. Dies führe zu bedrohlichen Stoffwechselstörungen, die unter multiplem Organversagen tödlich verlaufen können. Flusssäure schädigt auch da Nervensystem!!!!

(Flussäure wird übrigens wie auch Carbonylfluorid als Kühlmittel eingesetzt. Ausserdem kommt es in verschäumten Kunststoffen vor, wird bei der Oberflächenbehandlung von rostfreiem Stahl eingesetzt und, in geringem Masse, so heisst es, in Medikamenten und Pflanzenschutzmitteln.)

Carbonylfluorid

Carbonylfluorid reize bei inhalativer Aufnahme Haut, Augen und Atemwege. Es käme zu Schmerzen, Rötungen und Sehbeeinträchtigungen. Carbonylfluorid bildet mit den Körperflüssigkeiten Fluorwasserstoffsäure, was eine ätzende und giftige Wirkung entstehen lässt. Nach langer Aufnahme durch die Atemwege würde der Patient Halsschmerzen, Husten und Dyspnoe zeigen. Die Symptome können verzögert kommen und in der Folge kann ein toxisches Lungenödem auftreten

Übrigens befindet sich dieses Giftgas auch in Klimaanlagen in Autos:
https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/haut/krankheiten/warnung-fuer-autofahrer-klimaanlage-im-auto-mit-hochgiftigem-potenzial_id_3759752.html

https://derstandard.at/1395364730969/Neues-Kaeltemittel-fuer-PKW-Klimaanlagen-kann-hochgiftige-Stoffe-freisetzen

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Also, meine Arglosigkeit hat sich insofern „bezahlt gemacht“, als dass ich aus dieser Geschichte wieder was gelernt habe. Teflon ist nach wie vor schädlich und grad für MCS-Betroffene, die ja so heftig auf geringste Spuren reagieren, definitiv nicht geeignet. 

Ich habe meine alten Teflonpfannen damals entsorgt zu einer Zeit, wo ich noch lange nicht so stark von dieser Krankheit betroffen war wie heute. Und jetzt habe ich nach so vielen Jahren wieder einmal die leidvolle Erfahrung gemacht, dass Teflon einfach schädlich ist, nach wie vor, und daran hat sich nichts geändert, bis heute nicht (November 2018). Die Dämpfe, die ich da inhaliere (auch wenn ich nichts rieche) sind das eine. Was durchs Braten noch auf das Lebensmittel übergeht das andere. So passiert es, dass ich diese Schadstoffe auch noch einnehme.

Und einmal mehr bestätigt sich: „Ich bin ein Kanarie. Ich habe MCS = multiple chemical sensitivity“, und leider hat es mein Körper nach so vielen Jahren mit Teflonpfannen (die Hoffnung stirbt ja zuletzt) auch nicht vergessen. Es ist wie es ist, es ist nicht lustig und, es ist vor allem keine Simulation, was MCS-Betroffenen oft unterstellt wird. Wäre ich ein Ökochonder, wie einige Mediziner oder Politiker glauben MCS-Betroffene bezeichnen zu müssen, dann wäre ich nur schon beim Anblick dieser Bratpfanne in diesem Geschäft davon gelaufen. Nie und nimmer hätte ich sie gekauft. So aber doch – in gutem Treu und Glauben („wird schon nicht so schlimm sein – die Technik entwickelt sich ja weiter, die Schadstoffmessungen werden strenger, das Material besser usw.“) – und dann habe ich sie auch noch benutzt!

Und ganz so unbedenklich sind sie eben doch nicht. Sie sind einfach nur nicht sofort tödlich!
https://www.energieleben.at/teflon-gift-in-der-pfanne/

Nun denn, es ist eine schleichende Vergiftung, der wir da ausgesetzt sind und ich habe schon viele Jahre auf dem Buckel, in denen ich viel von dem abbekommen habe, was schädlich ist und mir auch vieles angetan, bevor ich feststellte, dass einfach nichts mehr geht .
Ich kann nur raten: „Finger weg von Teflon. Wer mir das nicht glaubt, bringe bitte wenigstens seine Vögel in Sicherheit!“

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