Fibromyalgie und Umweltschadstoffe

Viele Fibromyalgie-Betroffene klagen ständig über Schmerzen und andere diffuse Beschwerden, die zum Krankheitsbild gehören wie Muskel- und Gelenkbeschwerden, Magen-Darmbeschwerden, Abgeschlagenheit, extreme Müdigkeit, Kopfschmerzen usw.
Wenige sind leider bereit, den Zusammenhang zwischen Umweltschadstoffen und einer schleichenden Vergiftung des Körpers erkennen zu wollen. Lieber versuchen sie ihre Beschwerden durch Therapien loszuwerden, die sehr kostspielig und aufwendig sind und kaum etwas bringen. Sie versuchen es immer wieder, ohne wirklichen Erfolg.

Die Fibromyalgie gehört ebenso wie ME/CFS, MCS, Sick-Building Syndrom zu den Multisystem-/Umwelterkrankungen, die als Ursache das gleiche Übel haben: Umweltschadstoffe bzw. Schadstoffe, in welcher Form auch immer!

In vielen meiner Blogartikel habe ich über die problematischen Chemikalien berichtet, von denen wir täglich umgeben sind, denn ich bin sowohl Fibromyalgie- wie auch MCS/CFS-Patientin. In jahrelangen Selbstversuchen, habe ich aber heraus gefunden, dass ich überhaupt keine Patientin wäre, sondern praktisch gesund, wenn ich nicht Umweltschadstoffen ausgesetzt wäre.
Als MCS-Betroffene vermeide ich zwar alles an Schadstoffen, was mich und meinen Haushalt betrifft, weil ich nur schon bei geringsten Spuren massive Beschwerden bekomme, doch lebe ich in einer völlig kranken Umwelt, in der nicht einmal mehr das Leitungswasser unbelastet ist. Dieses wird mit Chemikalien in der Kläranlage gereinigt/aufbereitet, damit es „geniessbar“ ist.

So habe ich mich denn in diesem Jahr einmal für ca. 3 Monate völlig isoliert, nebst dem dass mein Haushalt ohnehin schon schadstofffrei ist, ich mich nur biologisch ernähre und mein Alltag aufgrund von MCS und der vielen Schadstoffe von denen wir umgeben sind, ohnehin schon auf ein Minimum geschrumpft ist. Nur noch das Notwendigste an Kontakt mit der Aussenwelt habe ich erledigt. Wirklich nur noch das Allernotwendigste. Und es hat sich bestätigt, was Umweltmediziner schon längst erkannt haben. Ich hatte weder Fibromyalgie-, noch MCS- oder CFS-Symptome. In kleinerem Rahmen, also wenn ich grad keinen so krassen Selbstversuch unternehme, d.h. wenn ich mich nicht völlig isoliere bzw. isolieren kann, merke ich, dass ich viel weniger Beschwerden habe, wenn ich Schadstoffe so gut wie möglich meide. Wie gesagt, ein normaler Alltag ist aber damit in dieser Umwelt nicht möglich.

Ich kann nach fast 30 Jahren (mit der Diagnose Fibromyalgie) und mehreren Selbstversuchen behaupten, dass alle Therapien nichts nützen, so lange wir uns weiterhin Schadstoffen aussetzen, das heisst, die Ursache nicht bekämpfen. Und diese sind sehr vielfältig und jeder muss für sich herausfinden, was es ist, was ihm Beschwerden bereitet. Tatsache ist, dass wir alle (ausser man ist von MCS betroffen, doch so weit muss es nicht kommen), vor allem und überall Duftstoffen ausgesetzt sind. Welch eine verheerende Wirkung Duftstoffe unter anderem auf unser Nervensystem haben und welche Beschwerden sie verursachen, ist bekannt und trotzdem weiss es kaum einer.

Ihr werdet euch nun fragen, was haben Schadstoffe mit Fibromyalgie zu tun? Klaus Dietrich Runow, einer der führenden Umweltmediziner in Deutschland, hat es in seinem Buch „wenn Gifte auf die Nerven gehen“ (2008) beschrieben, was Schadstoffe anrichten können, warum wir durch sie Schmerzen und Beschwerden haben, und was wir tun können (Körper entgiften, aufbauen und nicht mehr mit Schadstoffen belasten)https://www.antipsychiatrieverlag.de/versand/titel/runow.htm

Wer das Buch nicht lesen will, dem will ich den Mechanismus kurz erklären. Es gibt mehrere Schadstoffe wie z.B. Weichmacher (die wir überall finden) oder Stickoxide (in Abgasen), die unsere Schleimhäute durchlässiger machen. Diese werden dadurch wie ein Sieb. Durch dieses Sieb sickern nicht nur diese durchlässig machenden Schadstoffe, sondern auch noch all die anderen. Sie gelangen so direkt und ungefiltert in die Blutbahn. Sie greifen das Nerven- und Immunsystem an, wodurch wir Schmerzen und Beschwerden bekommen. Zusätzlich setzen gewisse Schadstoffe gewisse Enzyme in der Leber ausser Kraft, wodurch diese nicht mehr in der Lage ist, die ohnehin schon ungefiltert in den Körper gelangten Schadstoffe zu verarbeiten.

Ärzte und Therapeuten profitieren leider davon, dass es wirklich nur den wenigsten bekannt ist bzw. bekannt sein will, welche Auswirkungen Umweltschadstoffe haben; dass die Aufklärungsarbeit von jahrelang Betroffenen belächelt wird, die sich durch ihr Leid bei dem ihnen anfänglich niemand helfen konnte selbst informiert haben und sich ein umfassendes Wissen und Erfahrungswerte angeeignet haben; und dass es nur wenigen Erkrankten vergönnt ist, in einer fast schadstofffreien Umgebung zu leben. Leider werden auch Umweltmediziner wenig gehört. Alles was damit zusammen hängt, wird manchmal sogar in die „Verschwörungstheorie-Schublade“ geschoben.

Das medizinische Angebot im Bereich der Fibromyalgie ist sehr vielfältig, nebst dem, dass andere Symptome einfach nur behandelt werden, und dabei wird die Krankheit oftmals immer noch als mysteriös bezeichnet. Ob das nun gewollt ist oder nicht. Damit hält man die Patienten in einer Unsicherheit, die sie abhängig von den Therapieangeboten macht. Indem man den Umweltkrankheiten die Ursache abspricht – Erkrankte kämpfen zusammen mit Umweltmedizinern seit Jahren um Anerkennung der Krankheit – bzw. diese nicht erkennen und die Erkenntnisse nicht verbreiten will, hält man sich die Kunden/Kranken/Patienten warm, die immer wieder kommen (müssen), denn die Beschwerden bessern sich nicht, solange die Auslöser noch vorhanden sind, egal wie man sich auch anstrengt, wieviel Geld man dafür ausgibt und was man alles tut.
Ausserdem dient das Nicht-Erkennen und Verleugnen der Ursachen der Wirtschaft. Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn man den Umweltschadstoffen ein solches Ausmass an Krankheiten zusprechen würde. Man tut es vereinzelt bereits, aber eben, man berichtet immer nur über einen Schadstoff, den man als gefährlich einstuft sei es Feinstaub, Schimmel, Glyphosat, Mikroplastik, Nanopartikel, Stickoxide usw. Kaum jemand spricht über den Schadstoffcocktail, dem wir tagtäglich ausgeliefert sind und in dem sich die Schadstoffe kumulieren, mit anderen vermischen und dadurch zu noch weitgehend unbekanntem Risiko werden, beim Namen zu nennen.
Frau Prof. Dr. Claudia Traidl Hoffmann, Umweltmedizinerin, hat es kürzlich in einer Fernsehsendung erklärt. Die Suppe, die ganze Suppe der Schadstoffe macht uns krank!!! Wobei jeder toxische Stoff bereits egal in welcher Konzentration für sich alleine eine Gefahr für unsere Gesundheit ist. Hier der Link zur Sendung (ca. ab 48:00)
https://www.youtube.com/watch?v=Y2FkuFiN6nk&t=3267s

Ich bin überzeugt davon, dass ich damals vor fast 30 Jahren, als die ersten Symptome der Fibromyalgie begonnen haben, ich noch vieles hätte retten können, wenn ich das gewusst hätte, was ich heute weiss. So aber hat sich nebst der Fibromyalgie eine starke MCS (multiple chemical sensitivity) entwickelt. Das ist dann, wenn nichts mehr geht.

Ihr solltet vielleicht auch noch wissen, dass viele Chemikalien als Chemosensibilisierer wirken. Das heisst, früher oder später strapazieren sie den Körper so, dass er auf das mit Beschwerden reagiert, was er vorher problemlos vertragen hat. Vor allem Duftstoffe sind allgegenwärtig. Jeder benutzt sie, sei es als Parfüm, im Waschmittel oder Weichspüler, in den Reinigungs- und Körperpflegeprodukten, als Lufterfrischer usw. Was alleine Duftstoffe mit unserem Körper machen erfährt man in diesem informativen Flyer:
http://www.umweltrundschau.de/cms/images/stories/file/flyer_dih.pdf

Nun, ihr könnt‘ einen Teil dieser erwähnten Schadstoff-Suppe verhindern bzw. ihr könnt‘ sie zum grossen Teil selbst auslöffeln, in dem ihr sie in eurer Wäsche, auf eurem Körper und in eurem Haushalt meidet. Ihr erreicht dadurch eine eindeutige Besserung eurer Beschwerden. Tut ihr es nicht, ist das was ihr an Therapien absolviert reine Sisyphus-Arbeit.

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