Umwelterkrankte sind körperlich schwer kranke Menschen und nicht psychisch krank!

Die Missachtung der Anerkennung dieser Krankheit ist eine schwere Belastung für die Betroffenen, wird aber weiterhin erfolgreich betrieben.

Fakt ist: Der Körper von MCS-Betroffenen kann mit den unzähligen Schadstoffen in der Umwelt nicht mehr umgehen. Betroffene müssen strikte die für sie unverträglichen Stoffe meiden, damit sie einigermassen beschwerdefrei sind. MCS-Erkrankte haben sich diese Krankheit nicht ausgesucht. Sie verzweifeln oft genug daran, dass sie von gewissen Stoffen krank werden.
Keinem der Betroffenen macht es Spass, sein Dasein weitab vom normalen Leben zu fristen.
Eine Umkehr gibt es schlicht und einfach nicht. Einmal von etwas zu viel abbekommen und nichts geht mehr. Man kann, wenn überhaupt, nur noch die Symptome lindern.

Wie ein Querschnittgelähmter nicht psychisch krank ist, sondern „nur“ auf einen Rollstuhl und eine barrierefreie Umgebung angewiesen, damit eine gewisse Teilhabe an der Gesellschaft noch möglich ist, so sind MCS-Betroffene „nur“ Menschen mit Einschränkungen und besonderen Bedürfnissen, damit es im Kontakt mit anderen klappt.

Die Abwehrhaltung und Beschwichtigungstaktiken gegenüber dieser Krankheit, die man bei Ärzten, Psychiatern, Politikern und im persönlichen Umfeld erfährt, wo meist in dem Sinne argumentiert wird, dass es zu einer Schuldzuweisung führt:
„sind die Schadstoffe zu stark, bist du zu schwach“, womit die Beschwerden ins Lächerliche gezogen werden, man den Vorwurf hört, man bilde sich alles nur ein oder es sei alles nur psychisch, verstossen meines Erachtens gegen ein wesentliches Recht des Menschen, nämlich, dass man ihm zuhört, in ernst nimmt und in gutem Treu und Glauben darauf vertraut, dass er die Wahrheit sagt.
Ernsthafte Abklärungen sind von Nöten. Die kategorische Ablehnung und Ignoranz der Krankheit hilft jedoch nicht! Denn niemand ist aus Spass so krank und wohl niemand ist so blöd, dass er sich eine Krankheit selbst aussucht, die ihn so massiv einschränkt und ihm alles verwehrt, was ein unbeschwertes Leben ausmacht.

Es wäre einfach, MCS-Betroffenen bzw. Umwelt- und Multisystemerkrankten adäquat zu helfen:

Ärzte müssten die Problematik endlich ernst nehmen.
Sie müssten den Betroffenen zuhören, die diversen Berichte und Erfahrungswerte von Umweltmedizinern lesen und begreifen lernen, dass es diese Krankheit gibt, in der gewisse für den Einzelnen unverträgliche Auslöser ihn krank machen. Ohne diesen Rückhalt, sind Betroffene sich selbst überlassen. Die Symptome sind oft sehr massiv, fühlen sich lebensbedrohlich an, sind es manchmal auch und sie machen Angst.
Die gesundheitlichen Probleme kommen nach den Expositionen.
Ohne Expositionen sind die Betroffenen beschwerdefrei.

Psychiater müssten endlich eingestehen, dass MCS KEINE psychische Erkrankung ist;
Das wäre ein wichtiger Rückhalt für die Patienten, wodurch die Massenpsychiatrisierung einer gewissen Gruppe von Erkrankten und dadurch die Stigmatisierung in der Gesellschaft vermieden werden kann.
Sie müssten anerkennen,
dass wissenschaftlich erwiesen ist, dass Allergene und Schadstoffe entzündliche Prozesse im Körper auslösen und diese dauerhafte Belastung zu Depressionen führt, nebst all den anderen Symptomen, unter denen MCS-Betroffene leiden, die zudem fälschlicherweise oft als somatoforme Störung bezeichnet werden.
Es liegt keine somatoforme Störung vor, wenn man ohne Auslöser beschwerdefrei ist.
Das ständige Hinterfragen, was denn zuerst da war, das Huhn oder das Ei (die Depression oder MCS und umgekehrt), ist mühsam und kann im Fall von MCS eindeutig belegt werden.
Ohne Auslöser keine depressiven Verstimmungen. (Veränderung der Psyche durch Gifte die auf die Nerven gehen)
Ein Rückhalt durch wahr nehmen, ernst nehmen und anerkennen der Krankheit MCS,  würde die Patienten stärken und man könnte zusammen etwas verändern oder nach Lösungen suchen.

Politik und Medizin sollten diese Krankheit endlich als Tatsache ansehen und Ärzte, Psychiater, Rentenanstalten, Arbeitsämter, Behörden und die Verantwortlichen in der Wirtschaft informieren.
So könnten sowohl im medizinischen Bereich durch gezielte Abklärungen und Aufklärungen, wie auch bei den Psychiatern durch unnötige Behandlungen, Kosten gespart werden. Die Wirtschaft könnte angehalten werden, Arbeitsplätze zu schaffen, wo Betroffene trotz ihrer Einschränkung arbeiten können. Die Rentenanstalten sollten so souverän sein, den Ärzten zu vertrauen, die ihre Patienten schon über viele Jahre begleiten. Dazu gehört, dass sie die Arztberichte der Antragssteller ernst nehmen und nicht alles in Frage stellen, was der Patient schon an Ärzten aufgesucht und an Behandlungen absolviert hat und den jahrelangen freiwilligen Ärztemarathon der Patienten zwangsweise fortsetzen.
Niemand ist zum Spass krank! Rentenanstalten sollten hinter den Betroffenen (ihren Versicherten) stehen, sie ernst nehmen, unterstützen, und im Wissen über MCS und die damit verbundenen Einschränkungen mit der Wirtschaft zusammen arbeiten, so könnten Arbeitsplätze oder Bedingungen „geschaffen“ werden, die für Betroffene zumutbar sind, wodurch Eingliederungsmassnahmen zumindest eine Chance hätten, auch wenn ein Restrisiko bestehen bleibt.
Es müssten weniger aufwendige Abklärungen durchgeführt und allenfalls auch weniger Renten ausbezahlt werden.

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MCS ist eine Krankheit die seit 1948 bekannt ist.

Das Nicht-ernst-nehmen von MCS, dass es belächelt wird, dass es auf die Psyche geschoben wird, zermürbt die Patienten, macht sie zusätzlich zur Perspektivlosigkeit die diese Krankheit früher oder später mit sich bringt krank und führt sie oft in die totale Erschöpfung, woraus dann eine richtige Depression und Arbeitsunfähigkeit entsteht. Wen wundert’s!
Diese Depression ist dann aber „hausgemacht“ und hätte vermieden werden können, denn sie ist die Erschöpfung in der Summe von Unverständnis, Stigmatisierungen und Kränkungen, für die viele im Umfeld von Betroffenen mitverantwortlich zeichnen, weil sie die Erkrankten oft über Jahre, in welcher Form auch immer, nicht ernst genommen und an den Pranger gestellt haben.

Niemand hält es psychisch auf Dauer durch, als Simulant und folglich als „Lügner“ bezeichnet zu werden.
Rufmord ist eben auch Mord. Um davor geschützt zu sein, müssen Betroffene sich zusätzlich zum Vermeiden der Auslöser auch noch sozial isolieren.

Es ist schlicht und einfach eine Schande, was mit MCS-Erkrankten (immer noch) passiert und ich weiss, es ist gewagt diesen Vergleich zu ziehen, aber die Stigmatisierung von Menschen mit Umwelt- bzw. Multisystem-erkrankungen ist für die Betroffenen gefühlt der Holocaust des 21. Jahrhunderts, denn das führt sie in einen unmenschlichen Kampf ums Überleben!

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