Hilfe ich habe MCS – oder – Hurra ich lebe noch

Letzthin – man greift ja in so einer ausweglosen Situation, in die man mit einer schweren Erkrankung irgendwann einmal gelangt, nach jedem Strohhalm – habe ich mit einem Humangenetiker gesprochen, der meinen Körper „gescannt“ hat.
Irgendwann, nachdem er sich wohl nicht sicher war und sein Ergebnis nochmals prüfte, bevor er es äusserte, sagte er: „Ihre Organfunktion ist auf weniger als 7 %“.
Ich habe leer geschluckt und sagte: „Okay. Stimmt. Aktuell fühle ich mich genau so. Das ist immer wenn ich einen akuten Schub habe; heisst das jetzt, ich kann froh sein, dass ich noch lebe?“. Ziemlich konsterniert gab er mir zur Antwort:  „Es ist schon erstaunlich, was der Mensch so alles aushält“.

Ich bin in den letzten Jahren oft daran verzweifelt, weil ich an MCS (multiple chemical sensitivity) erkrankt bin. Es geht nichts mehr, man hält nichts mehr aus, und ich weiss, dass es vielen Betroffenen so geht. Auf der anderen Seite, wenn ich auf mein Leben zurück blicke, dann muss ich mich wirklich wundern, dass ich noch lebe. Ich werde in 2 Jahren 60 Jahre alt und ich habe meinem Körper oft unwissentlich Schlimmes angetan und es sind mir unter anderem auch Dinge passiert, die der Gesundheit ohne Zweifel geschadet haben, wie z.B. ein schwerer Sturz auf den Hinterkopf in meiner Kindheit, ein Sturz vom Pferd und ein ganz schwerer Auffahrunfall.
Auf alle möglichen Ursachen, die für die MCS-Erkrankung verantwortlich sein könnten, kann ich hier nicht eingehen. Wenn ich heute aber überlege, was ich alles nur schon alleine mit den Dingen des täglichen Gebrauchs an Sünden in Bezug auf langfristige körperliche Schäden angerichtet habe, dann kommt da ganz schön was zusammen. Ich habe einmal versucht, rückblickend die Stoffe zu finden, von denen man heute weiss, dass sie gesundheitsschädlich sind, die aber meinen Alltag bestimmt haben, als ich noch ganz normal lebte.

Nur ein paar Auslöser, die auch für andere in Frage kommen könnten, möchte ich hier einmal näher erläutern bzw. erklären. Ich habe Informationen zusammen getragen, recherchiert und Berichte gelesen. Manchmal aber kam mir da auch Kommissar Zufall zur Hilfe.

Eines der grössten Probleme für MCS-Betroffene sind Duftstoffe. Von vielen Duftstoffen, das heisst von den Chemikalien mit denen sie hergestellt werden, nebst all den anderen schädlichen Stoffen die in so einem Parfüm enthalten sind, weiss man heute, dass sie allergieauslösend und krebserregend sind. Wenn ich die Inhaltsstoffe der Parfüms die ich früher verwendet habe checke, dann weiss ich, was das für ein Giftcocktail war, den ich mir täglich oft mehrmals auf die Haut (das grösste Organ des Menschen) aufgesprüht und den Sprühnebel auch noch eingeatmet habe; nicht zu sprechen von der Duftwolke, die mich den ganzen Tag begleitet hat und all meine Utensilien in der Wohnung und am Arbeitsplatz in Beschlag genommen hat. Dinge aus der Zeit, in der ich noch Düfte verwendet habe, und das ist jetzt über 20 Jahre her, riechen heute noch genau so nach dem Parfüm wie damals, wenn ich sie aus einer Schachtel am Dachboden nehme. Das Selbe gilt im Übrigen auch für die Inhaltsstoffe und Duftstoffe in Weichspülern und Waschmitteln.
https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/welche-duftstoffe-stehen-im-verdacht-allergien

Duftlämpchen! Das war ein Trend, der mir nachträglich gesehen, den Atem raubt. Mein Duftlämpchen nahm ich sogar mit in die Ferien, so süchtig war ich danach! Anfänglich waren es – heute eine absolute Horrorvorstellung – künstliche Duftstoffe, mit denen ich meine Wohnung benebelt habe. Dann kam ich auf die Idee, es müsste doch etwas gesünder werden und habe nur noch reine ätherische Öle verwendet. Leider weiss man heute, dass auch diese Toxine enthalten, denn jede Pflanze hat gute (unschädliche) und schlechte (krankmachende oft sogar giftige) Stoffe. Diese sind deshalb besonders stark in den Duftölen enthalten, weil das Öl nicht nur die guten Stoffe aus der Pflanze zieht, sondern auch die schlechten, und die Öle sind hoch konzentriert. Deshalb sind reine Hydrolate viel verträglicher. Bei der schonenden Destillation einer Pflanze werden die schädlichen Stoffe nicht extrahiert.
http://www.deutschlandfunk.de/manche-duftoele-enthalten-allergene-stoffe.697.de.html?dram:article_id=75348

Natürliche Stoffe, sind oft nicht unbedenklich und können bei andauerndem Kontakt ebenfalls Allergien auslösen. Man glaubt sich z.B. mit natürlichen Vollholz- bzw. Massivholzmöbeln etwas Gutes zu tun. Leider aber enthalten vor allem Nadelhölzer Terpene, die als allergieauslösend gelten und die Schleimhäute reizen, was diese wiederum empfindlicher macht gegenüber anderen Stoffen. Jahrelang in einem Massivholzbett zu schlafen, heisst jahrelang Terpene einzuatmen.
http://www.alles-zur-allergologie.de/Allergologie/Artikel/6104/Allergen,Allergie/Terpene/

Aluminium. Wer hat es nicht im Haushalt, es ist überall. Ich habe natürlich früher nie darauf geachtet, ob in einem Deo Aluminium ist. Man weiss ja erst seit ein paar Jahren, dass es bedenklich ist. Aluminium ruiniert aber unsere Gesundheit nachhaltig, das hat sich mittlerweile herum gesprochen. Die berühmte Alu-Folie war natürlich auch in meinem Haushalt zu finden und ich habe damit unter anderem den Zitronenkuchen eingepackt, den ich so geliebt habe. Die Säuren konnten da stundenlang ihre Arbeit tun und das Aluminium aus der Folie ziehen, bevor ich den Kuchen gegessen habe. So und auf andere Weise, kam eine ziemliche Menge an Aluminium in meinen Körper, das sich dort ablagerte.
https://das-gesundheitsplus.de/aluminium-das-versteckte-nervengift/

Bedenklich ist auch, dass in unseren Lebensmitteln und Körperpflegeprodukten fast überall künstliche Zitronensäure enthalten ist. Diese wiederum hat die Eigenschaft Aluminium zu binden, was ein Vorteil wäre, würde sie es auch abtransportieren, so dass es ausgeschieden werden kann. Leider aber hat die Zitronensäure die Eigenschaft, die Blut-Hirn-Schranke zu durchdringen, wodurch das Aluminium direkt ins Gehirn gelangt. Was für eine fatale Kombination.
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ia-konservierungsstoffe.html

Mineralwasser. Klingt harmlos, ist es aber nicht. „Was kann bei Wasser schon schief gehen?“ denkt man vielleicht. Zum Beispiel, dass sie in PET-Flaschen abgefüllt sind, die kontinuierlich Schadstoffe an den Inhalt abgeben? In Verdacht steht dabei im Speziellen der Stoff Acetaldehyd, der im Körper insbesondere in der Leber Schaden anrichten kann.
http://www.wiwo.de/technologie/forschung/stiftung-warentest-mineralwasser-enthaelt-oft-schadstoffe/10247938.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Acetaldehyd

Über Amalgamfüllungen brauche ich wohl nichts mehr zu schreiben. Ganze 11 Stück wurden mir im Alter von 13 Jahren von einem Schulzahnart verpasst, worauf meine Mutter mit Entsetzen reagiert hat, weil sie meinte, meine Zähne seien doch immer schwer in Ordnung gewesen. Aber der Schulzahnarzt in dem neuen Wohnort in den wir gezogen waren, war da anderer Meinung und hat mir 11 Füllungen verpasst. Die hatte ich dann bis Ende der 1990er Jahre. Entfernen liess ich sie, weil ich hoffte die jahrelangen gesundheitlichen Beschwerden, die in der Diagnose Fibromyalgie endeten, hätten damit ein Ende. Aber mit den darauf folgenden Kunststoff-Komposit-Füllungen in den wurzelbehandelten Zähnen, kam ich offensichtlich nur vom Regen in die Traufe.
http://www.imd-berlin.de/spezielle-kompetenzen/zahnmedizin/allergien-und-unvertraeglichkeiten/lymphozytentransformationstest-ltt.html
Bei einer Klassenzusammenkunft viele Jahre später habe ich im Übrigen erfahren, dass genau dieser Schulzahnarzt später einmal von ein paar Eltern verklagt wurde. Er hat wohl bei vielen Kindern Arbeiten ausgeführt, die nicht nötig gewesen wären und damit sein Honorar ganz massiv aufgebessert. Seine Praxis musste er danach aufgeben.

Aufgrund der vielfältigen Symptome und ständigen Schmerzen überall und dem festen Willen ja nicht so krank zu sein, dass ich nicht mehr arbeiten kann, habe ich über Jahre Medikamente genommen. Oft waren es bis zu 10 Tabletten pro Tag, damit ich aufrecht sitzen und meine Arbeit als kfm. Angestellte erledigen konnte. War eine Grippe im Anzug, hab ich die mit einem Präparat unterdrückt, das man abends getrunken hat, so dass man in der Nacht schlafen konnte, um am nächsten Morgen wieder fit zu sein. In all diesen Produkten die ich über viele Jahre regelmässig und oft auch überdosiert genommen habe, ist der Hauptwirkstoff Paracetamol enthalten. Heute weiss man, dass dieser Wirkstoff schwerste Nebenwirkungen hat, an denen man sogar bei einer Überdosierung sofort sterben kann; und dass er die Organe massiv schädigt, nicht zuletzt die Leber, in dem er das Glutathion zerstört, das für die Entgiftung von Schwermetallen notwendig wäre.
2010, nach einer Odyssee an Schmerzen und Arztkonsultationen wurde in einem Blutbefund festgestellt, dass eben genau diese Glutathion-Transferase nicht funktioniert. Definitive Diagnose MCS.
http://www.apotheken-umschau.de/schmerzmittel

Kommen wir zur Abwechslung einmal zu den angenehmeren Sünden, die man sich in seinem Leben leistet. Ich habe als Kind Nutella geliebt. Wir hatten nicht viel, weshalb es ein absoluter Luxus war, wenn man einmal Nutella bekam. Und so habe ich mir zu meinem 11. Geburtstag nichts anderes als 11 Gläser Nutella gewünscht. Ich bekam es und freute mich riesig drüber. Meine Idee war, ein Glas Nutella pro Monat bis zum nächsten Geburtstag zu haben. 🙂 Natürlich habe ich dann, als ich bereits erwachsen war, mir das Nutella selbst gekauft, und ich sage euch, ich habe es geliebt und löffelweise gegessen. Oft nichts anderes als das!
Heute weiss man, dass das darin verwendete Palmöl, das seit Anfang der 1960er Jahre enthalten ist, krebserregend ist. Interessanterweise vertrage ich heute Nahrungsmittel mit Palmöl gar nicht mehr. Mein Körper reagiert sofort!
http://derstandard.at/2000052712015/Palmoel-kann-Leber-und-Stoffwechsel-schaden

Irgendwie musste ich damals die überflüssigen Pfunde, die ich, wohl durch zu viel Nutella und andere Naschereien angehäuft hatte, wieder los werden. Auch wenn ich nie übergewichtig war, so wollte ich doch wie jede junge Frau einfach nur schlank sein. So habe ich denn meinen Nutellakonsum mit Light-Produkten kompensiert. Es war alles light von der Butter bis zu den Süssgetränken. Kalorienangaben standen schon sehr früh auf allen Lebensmitteln. Also habe ich die immer gesucht, und je weniger Kalorien desto besser. Ich ernährte mich in der Folge jahrelang mit Lebensmitteln, die mit Aspartam gesüsst waren. Welche gesundheitlichen Schäden Aspartam anrichtet ist mittlerweile ebenfalls bekannt, wird aber eher als Verschwörungstheorie abgetan. Es heisst, es sei in bestimmten Mengen unbedenklich, man macht aber denn doch die Einschränkung, dass es bei Menschen mit Stoffwechselstörungen zu gesundheitlichen Problemen führen kann.
https://www.gesundheit.de/ernaehrung/rund-ums-lebensmittel/aspartam

Als dann all die Allergien begannen, habe ich nicht mehr die Kalorien auf den Verpackungen gesucht, sondern die Zusatzstoffe studiert und diese nach und nach komplett gemieden. Irgendwann habe ich deshalb gar keine Fertigprodukte mehr gekauft, weil ich auf immer mehr reagiert habe. Ich hab nur noch selbst gekocht. Restaurantbesuche wurden weniger und hörten irgendwann ganz auf. Jetzt ist in meinem Haushalt nichts mehr light und ich kämpfe im Übrigen permanent mit Untergewicht. Dies wahrscheinlich aber deshalb, weil die vielen Unverträglichkeiten durch die MCS mir einfach die Energie rauben.

Alle Körperpflegeprodukte die ich früher einmal verwendet habe, brauche ich hier wohl kaum noch zu erwähnen. Heute weiss ich, dass sie allesamt schädliche Inhaltsstoffe enthalten und mich wundert oft wirklich nichts mehr. Wer nachschauen will, was in seinem Lieblingsprodukt enthalten ist, kann es übrigens hier tun: http://www.codecheck.ch

Mein geliebtes Rosenbäumchen und andere Pflanzen, habe ich in meinem normalen Leben immer gegen alle möglichen Schädlinge und Krankheiten mit Pestiziden und Insektiziden gespritzt und dabei keine Handschuhe oder Masken getragen. Den Sprühnebel habe ich natürlich einfach eingeatmet. Habe ich mir etwas dabei gedacht? Ich war völlig arglos.
Als wir Kinder waren lebten wir in einem Haus mit einem grossen Naturkeller, in dem die Kartoffeln lagerten und andere Vorräte. Weil da unten so grosse Spinnen waren und wir uns vor ihnen fürchteten, wenn wir etwas im Keller holen mussten, haben wir kurzerhand den Insektenspray zum Einsatz gebracht und den Keller damit solange eingenebelt bis wir keine Spinnen mehr sahen. Natürlich wussten wir damals noch nicht, dass das Nervengift nicht nur Insekten und Spinnen tötet, sondern auch für den Menschen schädlich ist. Für uns war es einfach ein Hilfsmittel, um nicht mehr mit den Spinnen konfrontiert zu werden. Ausserdem wurden wir als Kinder gegen alles mögliche mit Abwehrmittelchen eingerieben, z.B. bei Verdacht auf Krätze oder Flöhe und zur Zeckenabwehr. Hier ein interessanter Artikel aus dem Jahr 1992.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13689507.html

Irgendwann bekam ich massive Darmprobleme. Ständig war dieser entzündet und ich habe unter Verdauungsstörungen und oft heftigen Durchfällen gelitten. Und was isst man wenn man Durchfall hat, damit der Darm sich beruhigt? Richtig. Reis! Und ich habe jahrelang fast täglich Reis gegessen. Ich habe einfach gegessen, was ich vertragen habe und möglichst etwas ohne Lebensmittelzusatzstoffe, denn die hatte ich schnell einmal im Verdacht, dass sie mir nicht gut tun, was sich dann viele Jahre später auch als richtig heraus gestellt hat. Reis war meiner Ansicht nach völlig unbelastet und ich achtete auch auf Bioqualität. Seit geraumer Zeit wissen wir aber, dass Reis von Natur aus stark mit Arsen belastet ist, weil er im Wasser stehend wächst. Das begünstigt das Ausschwemmen des Stoffes aus dem Boden und so gelangt Arsen in das Korn in viel grösseren Mengen, als bei anderen Lebensmitteln. Bioprodukte schneiden da übrigens auch sehr schlecht ab.
Mit der richtigen Zubereitungsart könne man den Arsengehalt stark verringern, heisst es. Aber ich habe ihn nie richtig gekocht. Ich habe ihn so gekocht, wie ihn fast alle kochen und wie wir es gelernt haben. Zwei Teile Wasser, ein Teil Reis und kochen bis er gar ist. Falsch!
Wer nachlesen will, wie man es richtig macht, kann es unter nachfolgendem Link tun. Für einen schlechten Entgifter wie mich, war dieser regelmässige Reiskonsum keine gesunde Ernährung.
https://www.nzz.ch/wissenschaft/medizin/mit-arsen-belastete-lebensmittel-experten-warnen-vor-zu-viel-reis-ld.87832

Über Lebensmittelzusatzstoffe brauche ich hier sicher mehr nicht viel schreiben. Wer auf meinen Blog gelangt verfügt oft schon über einiges an Wissen. Eigentlich weiss heute ja fast jeder, dass sie nicht gesund sind. Wer einmal geschädigt ist, der erfährt, dass immer weniger geht. Menschen, die noch nicht so stark vorbelastet sind wie ich, können diese unter Umständen auch noch besser wegstecken. Aber sind wir nicht alle, die wir schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben – in denen die meisten ohne Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein gelebt wurden, weil man es nicht besser wusste – vorbelastet? Mich erstaunt es nicht, dass viele MCS-Betroffene grad in den Jahrgängen zwischen 1955 – 1965 zu finden sind. Zufall?
Auch wenn ich auf Lebensmittelzusatzstoffe nicht näher eingehen will, so kann ich jedem nur raten,
auf Konservierungsstoffe, Aromastoffe, Geschmacksverstärker, Glutamat usw. in Lebensmitteln zu verzichten, d.h. lieber selber kochen und dabei so viel wie möglich vermeiden, als Fertigprodukte essen.
Und, denkt daran, auch über die Haut gelangen diese in unseren Körper. Konservierungsstoffe sind in Shampoos, Seifen, Duschgels, Parfüms, Waschmitteln usw. enthalten und sie gehen im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut!
http://www.t-online.de/ratgeber/gesundheit/ernaehrung/id_46159078/-konservierungsstoffe-wie-schaedlich-sind-sie-.html

Textilien (belastete Kleider), Alltagsgegenstände, Hygieneprodukte (Slipeinlagen, Tampons, Binden), Putzmittel, Desinfektionsmittel, Lufterfrischer, alles was in einem Haushalt zu finden ist, der nur annähernd die Anforderungen eines modernen Lebens erfüllt, sind allesamt schadstoffbelastet. Hier gibt es unzählige Informationen im Internet. Man sollte es nicht unterschätzen.
Umweltgifte, Feinstaubbelastungen, Wohngifte, über all das wurde jahrelang nicht viel gesagt. Die chronischen Krankheiten sind stark am Zunehmen. Diese kommen nach einer permanenten Belastung mit Schadstoffen, einfach irgendwann zum Ausbruch. Der Mensch hält ja doch einiges aus. Es ist deshalb ziemlich absurd, wenn Politiker und Mediziner diesem Phänomen der zunehmenden chronischen Erkrankungen und Allergien jetzt die Glaubwürdigkeit absprechen, sie oft sogar als Modekrankheit bezeichnen, in dem sie argumentieren, dass doch alles viel umweltfreundlicher geworden ist, wir viel gesünder leben, die medizinische Versorgung viel besser ist als früher und man ja viel gewissenhaftere Grenzwerte fest gelegt hat. Wieso werden die Langzeitschäden nicht ernst genommen, wenn man sich derer heute doch bewusst ist und immer mehr Stimmen in Bezug darauf laut werden. Jeder Konsument kann in Erfahrung bringen, dass was uns vor vielen Jahren noch für völlig unbedenklich verkauft wurde, heute als höchst gesundheitsschädigend gilt.
Dürfen diese Krankheiten alle nicht sein und werden sie deshalb nicht ernst genommen und tot geschwiegen, weil man sich vielleicht eingestehen müsste, dass doch nicht alles so unbedenklich war, wie es verkauft wurde?
https://astridur.wordpress.com/2017/01/14/mcs-eine-modekrankheit/

Genau so belächelt werden Personen, die unter Elektrosmog leiden. Er wird verharmlost. Ich gehöre noch nicht wirklich zu denen, die schwer darunter leiden. Für Menschen wie ich aber, die schon seit über 30 Jahren mit Computern zu tun haben, weil er für sie das Werkzeug Nr. 1 im Beruf war, ist die Strahlungsbelastung auf ein Menschenleben gerechnet enorm. Damals hatten wir noch Hochfrequenzbildschirme und der Computer füllte einen ganzen Raum. Dann kamen die PC’s für jeden Haushalt, die Mikrowellen in jeder Küche, die Satellitenschüsseln auf jedem Balkon und dann die Handys. Natürlich habe ich mir auch ein Handy zugelegt. War ja praktisch. Weil mit der Zeit viel strahlungsärmere Bildschirme zur Verfügung standen, mit denen ich wenigstens meine ständigen Kieferschmerzen und den Schwindel minimieren konnte, konnte ich bei den normalen Handys grad noch mithalten, aber als dann die allgegenwärtigen Smartphones aufkamen, da habe ich die Reissleine gezogen. Mittlerweile ist die ständige Dauerbelastung durch flächendeckendem WLAN, Handymasten und Strahlung in allen Haushalten einfach ein ernsthaftes Problem, weshalb ich technisch einfach nicht mehr aufrüsten will. Nein Leute. Ich habe keines, ich will keines und ich brauche keines. Noch mehr Strahlung geht einfach nicht. Wer einmal einen handy- und computerfreien Tag einlegen kann, der weiss, wie erholsam das ist und welcher Dauerbelastung wir täglich ausgesetzt sind.
https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-krankmacher-handy-100.html

Da ich an meinem Arbeitsplatz auch noch ständig Akten zu kopieren hatte und ich mir viele Jahre meinen Schreibtisch mit einem Laserdrucker teilte, der ständig lief, muss ich zusätzlich wohl annehmen, dass meine Atemwege ziemlich getonert sind. Gesund ist das nicht.
http://www.la-umwelt.de/umwelt/images/file/Gefaehrliche_Drucker.pdf

Und da wäre noch der Schimmel zu erwähnen. Ich stamme, was aufgrund meines Alters unschwer zu erkennen ist, aus einer Zeit, wo wir als Kinder noch kein Smartphone hatten und anstatt vor diesem, vor dem Computer oder dem Fernseher zu sitzen, haben wir draussen mit Kindern aus der Nachbarschaft Zirkus gespielt oder Räuber und Gendarm. Was war das doch für eine schöne Zeit! Aber einen Nachteil hatte dieses für heute fast ärmliche Leben denn doch. Da war Schimmel in dem alten Haus, das wir bewohnt haben. Es war so feucht, dass im Winter die Wände in den Zimmern mit Eiskristallen überzogen waren. Weil wir aber auch nicht so viel Geld hatten, um das Haus gut durch heizen zu können, war es immer feucht. Das hat wohl den Grundstein gelegt, für etwas was ich dann viele Jahre später in einer Wohnung erlebt habe, in der ich doch einige Jahre lebte. Zu spät habe ich entdeckt, dass unter dem Fenstersims im Badezimmer, das mit einem Linoleum überzogen war, sich dick schwarzer Schimmel ausgebreitet hatte, den ich viele Jahre nicht bemerkt habe. Damals litt ich an chronischer Bronchitis und musste öfter mal Antibiotika nehmen. Besser wurde es nicht. Wenn wundert’s, dass ich heute bei Schimmelgeruch ein Engegefühl im Brustkorb und Hustenanfälle bekomme.
https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/themen/mensch-gesundheit/wohngifte/gesundes-wohnen/feuchtigkeitsprobleme-und-schimmel.html

Menschen in meinem Alter haben viele Lebensmittelskandale erlebt, von Dioxin Eiern, über Glykol im Wein bis hin zum Gammelfleisch. Sie haben vieles verwendet, was heute ganz anders betrachtet wird. Sie sind in einer Zeit aufgewachsen, in der man wohl ständig informiert wurde, dass der Wald stirbt, aber dass der Menschen Schaden nehmen könnte, das hatte sich nicht ins Bewusstsein gebrannt. http://khd-blog.net/Food/LM_Skandale_1.html

Es gäbe noch vieles aufzuzählen, da gibt es unzählige andere Faktoren, die zur Erkrankung geführt haben könnten, wie z.B. die ständigen Antibiotikabehandlungen und andere chemische Keulen in meinem Leben. Aber da dies der längste Blogeintrag ist, den ich je geschrieben habe, will ich auch irgend wann einmal zu einem Ende kommen. Wer bis hier durch gehalten hat, dem kann ich nur Danke sagen. 🙂

Schlussendlich muss ich einfach feststellen, dass alles was ich früher ganz selbstverständlich, völlig arglos und oft leider auch übertrieben angewendet habe, heute nicht mehr vertrage. Irgendwann hat mein Körper gesagt: „Es reicht“.  Vielleicht kann ich mich glücklich schätzen, dass es so ist. Blöd ist nur, dass auf diese Weise ein normales Leben nicht mehr möglich ist, denn auch wenn ich all diese Stoffe in meinem Haushalt und Leben meide, so sind sie in grossen Mengen weiterhin in meinem Umfeld und meiner Umwelt vorhanden, dadurch dass andere sie verwenden. So werde ich weiterhin ausserhalb meiner Wohnung damit konfrontiert, viel mehr noch als früher, denn es wird weiter aus dem Vollen geschöpft und der Mensch glaubt gesund zu bleiben, in einer Umwelt, die er immer kränker macht (in Anlehnung an Sarah Wiener’s Zitat). Es ist ein Spiessrutenlauf, den Auslösern auszuweichen.
Will ich verhindern, dass ich krank werde, muss ich mich isolieren.

Und da möchte ich dann doch oft sagen: „Hilfe, ich habe MCS!“, auch wenn ich angesichts der vielen schädlichen Einflüsse in meinem Leben, und davon habe ich hier nur einige wenige aufgezählt, oft auch sagen muss:
„Hurra, ich lebe noch!“ 🙂

 

Advertisements