Wohlgerüche aus der Giftküche

 

Wenn mein Körper wieder einmal völlig schlapp macht, weil ich Duftstoffe eingeatmet habe, höre ich von allwissenden Ratschlägern öfter mal, ich hätte doch sicher „nur“ Heuschnupfen. Unverständlich klingt es wahrscheinlich für sie, wenn ich sage, dass mir Erle, Pappel und Hasel nichts anhaben können, und oft glaube ich zu spüren, dass ich ihnen das Verständnis mir gegenüber erleichtern würde, wenn ich endlich zugeben würde, dass mich die Hasel in der Nase juckt.

Nun denn, ich habe mir überlegt, wie man Nichtbetroffenen oder chronischen Heuschnüpflern, erklären kann, wie sich die multiple Chemikalienunverträglichkeit MCS auswirkt. Ob diese Erklärung Erklärung genug ist, für jemanden, der nicht nachvollziehen kann was sich in den medizinischen Lehrbüchern, bei Ärzten und Apothekern noch nicht als Krankheit etabliert hat, wird sich zeigen. Einen Versuch ist es wert!

Also will ich es einmal mehr einfach versuchen.
MCS ist genau so belastend wie Heuschnupfen. Nur leiden MCS-Betroffene jeden Tag.
Die Duftstoffmoleküle in der Luft halten sich nicht an Jahreszeiten. Sie sind immer und überall.
So könnte man einem nicht Betroffenen erklären, wie es Menschen geht, die unter einer
Duftstoff- bzw. Chemikalienunverträglichkeit leiden.

Duftmoleküle, Chemikalien aus denen sie hergestellt werden, wie z.B. Benzyl Salicilate, polyzyklische Moschus-Verbindungen, Diethylphthalat, Ethylhexyl Methoxycinnamate, Benzophenone-1 und 3 usw. wirken auf das zentrale Nervensystem und machen krank.

Nicht nur auf der Haut getragen, wirken sie schädlich. Jeder Mensch der Duftstoffe verwendet, sei es mit Parfüms, Haarshampoos, Kosmetika, Waschmitteln, Weichspülern usw. trägt diese Duftmoleküle nach draussen. Dort gelangen sie in die Atemluft und sind für Asthmatiker, COPD-Patienten und MCS-Betroffene sehr belastend. Beim Duschen, Baden, Wäsche waschen, gelangen diese Duftstoffe ins Abwasser. Diese sind nicht vollständig abbaubar. Es erstaunt deshalb nicht, dass diese gefährlichen Stoffe im Blut des Menschen, in der Muttermilch, im Blut von Embryos, im Regenwasser und in unserem Trinkwasser nachgewiesen wurden. Diese Stoffe können nicht herausgefiltert werden, sie gelangen über unsere Haut oder über die Atemwege direkt in unsere Blutbahn. Und so gibt es auch MCS-Betroffene, die tatsächlich nicht einmal mehr das normale Trinkwasser vertragen, weil sie auf geringste Spuren solcher Stoffe mit körperlichen Beschwerden reagieren.

Menschen mit sehr feinem Geruchssinn stört es manchmal einfach nur, dass die frische Luft schon lange nicht mehr frisch ist, oder dass das überaus köstliche Menü im Restaurant gegessen, nicht mehr als solches wahrgenommen wird, weil der Geruchssinn und die Geschmacksnerven, ob dem stark riechenden Parfüm des Tischnachbarn, der blumig duftenden Tischwäsche oder der künstlich bedufteten Luft im Restaurant stark überstrapaziert werden.
Vermischt mit den Abgasen und sonstigen Verschmutzungen der Atemluft, verstärkt sich das schädliche Potential von Duftstoffen massiv.

Um noch einmal auf den Heuschnupfen zurück zu kommen. Auch die Pollen auf die Heuschnupfengeplagte so stark reagieren, werden nur deshalb zu hochallergenen Stoffen, weil sie sich mit Russpartikeln vermischen. Man könnte also auch bei Heuschnupfen von einer Umwelterkrankung sprechen. Genauer nachzulesen hier: http://www.tagesanzeiger.ch/leben/heuschnupfen/Geballte-Ladung/story/15624377
Künstliche Duftstoffe die sich mit Feinstaub verbinden, werden von Lungenfachärzten als Krebsturbo bezeichnet. http://www.t-online.de/ratgeber/gesundheit/beschwerden/id_49362124/duftbaum-im-auto-eine-gefahr-fuer-die-gesundheit-.html

Also, ob Heuschnupfen oder MCS. Die einen reagieren auf mutierte Pollen, die anderen auf Chemikalien/Duftstoffe/Umweltgifte ohne Pollen, wenn man so will. Das Problem ist aber das Gleiche, nur mit dem Unterschied, dass Heuschnupfengeplagte sehr ernst genommen werden und MCS-Betroffene immer noch darum kämpfen, endlich gehört zu werden!

 

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