Lieber tot als in Not? – Brief an Christine

Liebe Christine

Ich kenne Deine Geschichte, aber ich kenne Dich nicht. Trotzdem bist Du mir in diesem Jahr nach so vielen Jahren „begegnet“, denn ich habe dank Dir ein bisschen Verständnis erfahren. Ich bin an eine mir bis dahin fremde Person in einer Behörde gelangt, die mir sagte: „Doch, ich kenne die Krankheit – ich weiss was sie durchmachen“, denn sie kannte Dich und sie hat mich deshalb ernst genommen. Was für ein Lichtblick in meinem Leben voll Unverständnis.

16 Jahre nach Deinem Tod erschüttert mich Deine Geschichte immer noch, denn mir ging/geht es so wie Dir, nur mit dem Unterschied vielleicht, dass ich das Glück habe, mit diesem unerschütterlichen Kämpfergen geboren zu sein, dass mich auffordert, den Mut nicht zu verlieren und weiterzumachen. Immer und immer wieder.
Zwischendrin kommt da ja auch mal ein kleiner Hoffnungsschimmer auf ein besseres Leben. Aber der Duftstoffwahnsinn nimmt kein Ende. Im Gegenteil. Er nimmt zu und ich habe einmal mehr den Zug verpasst, der mich da raus gebracht hätte. Weil ich gehofft habe mir würde HIER geholfen. Was für eine verschwendete Zeit, einem System zu vertrauen, dass mich glaubhaft hat machen lassen, damals, als ich noch gesund war und funktioniert habe, dass ich irgendwann einmal abgesichert wäre, wenn ich nicht mehr kann.

Du wärst heute so alt wie ich und vielleicht, wenn wir uns damals schon gekannt hätten, hätten wir uns gegenseitig stützen können, so wie es viele Betroffene heute versuchen. Wir helfen uns. Wir versuchen es, auch wenn es meist nur übers Telefon oder Internet ist und nicht über das Mutmachen hinaus geht, denn wie sollen wir uns sonst helfen? Die meisten von uns sind auf sich alleine gestellt und haben mit sich selbst zu tun. Und das tun sie oft mit letzter Kraft.
Damals als es Dich noch gab, waren wir noch nicht so vernetzt. Damals wusste ich auch noch nicht was ich heute weiss, nämlich dass der Ärztemarathon und die unsinnigen Bemühugen mit Entgiftungskuren und Nahrungsergänzungsmittel, Therapien von der Schulmedizin bis zum Wunderheiler, nichts nützen oder nur wenig, oft sogar noch schaden und unser Leiden verschlimmern. Das einzige was wirklich hilft ist, Auslöser meiden!

Der Körper muss zur Ruhe kommen. Ruhe und frische Luft, im besten Fall noch Zuspruch von lieben Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern, die einem das Gefühl geben „da ist jemand“. Damit man sich mit dieser Krankheit nicht allein gelassen fühlt. Liebe! Getragen und virtuell gehalten werden, wenn nichts mehr geht. Nur das hilft dann noch und ja, Gottvertrauen, immer wieder Gottvertrauen …


Aber ich habe es auch erlebt, sie werden immer weniger, die Freunde und ihr Verständnis, und die Verzweiflung wird bei uns grösser. Man geht vergessen, bevor man gestorben ist, und manchmal geht auch das Gottvertrauen verloren. Denn wenn wir die Liebe am Nötigsten hätten, dann bekommen wir sie nicht. Und wenn die ganze Welt Dich verlässt, dann bleibt da halt nur noch die andere, wo wir hoffen, geliebt und angenommen zu werden, so wie wir sind.
Die Welt wo Du jetzt bist.

Die Gesellschaft will keine kranken Menschen, keine die nicht mehr mithalten können, nicht mehr funktionieren. Die Gesellschaft ist selbst krank, krank wie die Umwelt und beides braucht dringend Hilfe. Sie können nicht helfen. Sie sind im Hamsterrad. Sie haben Angst ihre Arbeit zu verlieren. Mitgefühl/Empathie kann man sich nicht leisten, davon können sie sich nichts kaufen und es hindert sie am Treten im Hamsterrad, und in den Ferien MÜSSEN Sie ihr Programm abarbeiten. Sie müssen unbedingt etwas erleben, was sie glauben lässt, sich erholt zu haben. Man kann halt mit uns auch kein Halli-Galli mehr machen und sie brauchen die Ablenkung, weil sie am normalen Leben verzweifeln. An dem Leben, das wir nicht mehr haben.

Und sie brauchen die Droge Duft. Niemand will auf sein Parfüm oder Waschmittel/Weichspüler so ganz verzichten, damit es einem von MCS betroffenen Menschen möglich wäre, einer Arbeit nachzugehen. Es ist viel zu kompliziert für die anderen, mit uns noch etwas zu unternehmen, mit uns zusammen zu arbeiten, mit uns zu wohnen, mit uns zu verreisen, mit uns zu feiern. Sie bemühen sich zu verstehen, aber die ganze Tragweite der Krankheit erfassen sie nicht. Leider hören sie oft auch nicht wirklich zu. Man kann es noch so oft erklären. Sie können es oft nicht glauben. Wen wunderts, ich will es ja oft auch nicht wahrhaben, dass es ist wie es ist und bei uns Betroffenen hat es ja auch lange gedauert, bis wir begriffen haben, was mit uns los ist.

Aber das Interesse ist halt auch nicht da. Es geht ihnen noch zu gut. Ich frage mich oft: „Würde ich mich für die Krankheit interessieren, wenn ich sie nicht hätte?“ Wohl kaum. Sicher nicht in dem Ausmass. Aber zuhören würde ich, weil zuhören kann ich … wenigstens das, und versuchen, es zu verstehen, und das Gefühl geben, dass ich da bin, wenn nichts mehr geht und im Notfall würde ich es schaffen, solch einer Person beizustehen und sie nicht noch mit Duftstoffen einnebeln. Soviel Empathie gehört doch zur Grundausstattung eines Menschen oder nicht?

MCS wird immer noch kontrovers diskutiert, Christine. Uns wird immer noch nicht adäquat geholfen. Zu wenige Ärzte, die es interessiert. Ein paar wenige die sich für uns einsetzen, aber auch viele die aufgeben und froh sind, dass sie nicht mehr müssen.
Ich lasse nicht locker, recherchiere und hinterfrage. Ich will wissen, warum ich wie reagiere. Ich sehe mittlerweile viele Zusammenhänge, zwischen den bestehenden Allergien, chronischen Belastungen und der MCS. Es gibt Tage, wo ich Panik habe, einen körperlichen Beschwerdeschub, ausgelöst durch einen Duftstoff, einer Chemikalie oder ein falsches Lebensmittel, nicht zu überleben. Doch ich nutze die guten Tage, um den Schlüssel für unser Problem zu finden. Es sind wenige gute Tage, aber ich bemühe mich.

Nein, ich habe ihn noch nicht gefunden, den Schlüssel, die Lösung, aber ich weiss, wenn ich mich völlig isoliere und alle Auslöser meide, dass es mir dann ziemlich gut geht. Ich fühle mich so wunderbar normal. Ich glaube plötzlich völlig gesund zu sein und dann werde ich übermütig, ich glaube an ein Wunder und denke: „Hey, du bist geheilt“.
… Und dann Christine, dann, wenn ich übermütig werde und mir fest einbilde, dass ich geheilt bin, dann werde ich unvorsichtig, und dann gehe ich raus ins normale Leben, unter Leute und bekomme es wie eine Ohrfeige ins Gesicht geschleudert. Es legt mich wieder zusammen. Dann weiss ich, auch wenn ich es selbst immer wieder angezweifelt habe. Mit dieser Krankheit ist kein nur annähernd normales Leben mehr möglich.
Das ist schlimm, wirklich sehr schlimm. Es ist wie wenn man ein Auto fahren möchte, das man nicht fahren darf. Wohin mit all den Energien, wenn man sie nicht ausleben kann? Nicht in dieser Gesellschaft. Es beruhigt mich dann aber doch ein bisschen, dass ich weiss, dass ich solche Anfälle vermeiden kann, indem ich mein Immunsystem einfach nicht gegen die Wand fahre. Vielleicht nur ein bisschen, aber nie so viel, dass es für immer aus ist. Ich versuche es zu dosieren. Ich muss ja noch einkaufen gehen oder mit dem Hund raus. Aber das ist weitab von einem normalen Leben. Es ist kein Leben. Es ist grösste Not und dazu kommt, dass man für andere schon gestorben ist, obwohl man noch lebt.

Doch stell Dir vor. Es gab seit Deinem Tod auch kleine Erfolge, die für uns gross sind. Die MCS-Liga in Zürich hat ein Wohnbauprojekt realisiert. Dort gibt es jetzt Wohnungen für Betroffene. Es wäre für Dich DIE Chance gewesen!
Aber die Krankheit ist immer noch nicht anerkannt. Wir werden immer noch belächelt, nicht ernst genommen. Ich werde es wahrscheinlich auch nicht mehr erleben, dass sich das ändert. Es sind noch zu wenige davon betroffen, auch wenn es schon so viele sind, und es immer mehr werden. Unsere Erfahrungswerte interessieren nicht. Sie stehen nicht in medizinischen Lehrbüchern, und was dort nicht drin ist, das gibt es nicht, und wenn doch, dann wird die Krankheit im Bereich Psychosomatik aufgeführt oder psychiatrisiert. Um unsere Erfahrungen ernst zu nehmen müsste man uns ernsthaft zuhören.

Schade Christine, dass wir uns damals noch nicht gekannt haben. Ich habe in den letzten Jahren so vielen Mut gemacht, die nicht mehr konnten. Vielleicht wärst Du noch da, wenn wir uns „gehalten“ hätten. Klar, auch ich bin oft verzweifelt und ja, ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, dem ganzen ein Ende zu setzen. Aber ich habe einen Hund, dem ich versprochen habe, für ihn da zu sein, solange er lebt. Ich muss stark sein, für ihn …
Er hat kein schönes Leben mit mir, zu wenig von dem, was so ein Hundeherz erfreuen würde. Er liebt Menschen und geht auf sie zu, und ich muss ihn meist von ihnen fern halten, denn wenn sie ihn streicheln, dann riecht er nach Parfüm oder ich muss ihnen ausweichen, weil ich, egal wie ich mich drehe und wende, der Duftwolke nicht ausweichen kann. Er ist jetzt 10 Jahre alt und er hat eigentlich kein wirklich mega tolles Hundeleben gehabt, aber immer noch besser als jene armen Hunde, die in irgend einer Tötungsstation sind. Damit tröste ich mich, und so geht es ihm wohl besser als vielen anderen Hunden und es geht ihm besser als mir, weil er nicht weiss, dass das kein normales Leben ist. Er lebt mit mir das „Kein-Leben“ und doch haben wir unser gemeinsames Leben, und wenn wir dann irgendwo in der Natur sind und einfach nur die gute Luft geniessen , dann leben wir ein bisschen „normal“ und freuen uns, bis jemand durch den Wald joggt, der eine künstliche Duftwolke hinter sich herzieht, die minutenlang anhält und ihre volle Wirkung entfaltet.

Ach Christine … vielleicht habe ich mich schon so daran gewöhnt, dass ich kein normales Leben mehr habe, dass ich die Stufe „lieber tot als in Not“ gar nicht mehr schaffe. Du bist gegangen, weil Du mitten im Leben warst und so nicht mehr konntest. Ich bin geblieben, weil ich schon lange nicht mehr mitten im Leben bin und halt so weitermache.

Du hast alles versucht. Ich weiss was es heisst, alles zu probieren und immer wieder die Hoffnung aufgeben zu müssen und ständig auf der Flucht zu sein. Schlussendlich ist jede Geschichte von MCS-Betroffenen die, vom Spiessrutenlauf ins totale Vermeidungsverhalten, und von aller Welt verlassen zu werden. Da bin ich jetzt auch …

Du warst eine Getriebene, eine Vertriebene, ständig auf der Flucht. Du warst Flüchtling im eigenen Land und bist aus der Not in den Tod geflüchtet. Ich kann Dich verstehen … ich kann Dich so gut verstehen …

***

An dieser Stelle stand ein Link, der zu einem Artikel aus dem Jahr 2002 führt, in dem der Tod, die Gründe und die letzten Stunden von Christine beschrieben sind. Aus Datenschutzgründen habe ich diesen entfernt, weil darin der volle Name von Christine ersichtlich war. Der Link einer konsumkritischen Zeitung in der Schweiz ist zwar heute noch zu finden, wenn man den Titel kennt, trotzdem habe ich mich nicht getraut in hier direkt zu verlinken. Wen es interessiert, der kann ihn suchen unter „Flucht in den Tod“ vom Ktipp (Zeitschrift).

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MCS-Betroffene sind die Rosen unter den Reben

Schon mal durch einen Weingarten spaziert? Die Rosenstöcke beachtet, die dort zwischen die Reben oder am Ende einer Reihe von Reben gepflanzt wurden? Sie sind nicht nur schön anzusehen, sie haben auch eine Funktion.
Rosen reagieren um Einiges empfindlicher als Reben und sind deshalb anfälliger für Krankheiten. Sie dienen dem Winzer als Frühwarnsystem. Sind sie gesund, ist alles in Ordnung. Sind sie krank und haben z.B. Mehltau, wird den Reben vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt.
„Man“ ist in Alarmbereitschaft um präventiv handeln zu können. Der Winzer weiss die Überempfindlichkeit der Rosen zu schätzen und daraus einen Vorteil zu ziehen.
http://grüneliebe.de/rosen-und-weinreben-die-perfekte-kombination/

Ein anderes Beispiel.
Früher wurden Kanarienvögel in Käfigen mit unter Tage genommen. Sie dienten als Gradmesser für die Luftqualität im Stollen. Auch hier hat sich der Mensch die Empfindlichkeit von Lebewesen zu Nutze gemacht, und die Befindlichkeit der kleinen gelben Vögel unter extremen Bedingungen sehr ernst genommen. Kippten diese von der Stange, wussten die Arbeiter, dass die Luft so schlecht ist, dass es Zeit war, den Stollen zu verlassen. Ignoranz oder das Verhalten der Tiere zu missachten, wäre tödlich gewesen.

Was haben die Rosen in den Reben und die Kanarienvögel unter Tage mit MCS zu tun?

MCS heisst multiple chemical sensitivity. Menschen, die an dieser Umweltkrankheit leiden, reagieren früher als andere auf geringste Spuren von Chemikalien oder Schadstoffen mit schweren körperlichen Symptomen. Man könnte auch sagen, das empfindliche Gleichgewicht in ihrem Körper reagiert bei geringster Belastung, dies vor allem oft auch deshalb, weil die Bedingungen in der Umwelt schon ziemlich prekär sind. Handelt der von dieser MCS, auch Umwelterkrankung genannt, Betroffene nicht umgehend auf die ersten Symptome, kann es schwerwiegende Folgen haben.

Weltweit gibt es mittlerweile Millionen die mit zunehmender Intensität unter solchen Symptomen leiden. Es werden immer mehr und doch sind es offensichtlich noch viel zu wenige, um dem Thema endlich die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Die Menschen erkranken, neben ihren etwas robusteren Zeitgenossen, bekommen von Umweltgiften schwere körperliche Beschwerden und kippen oft förmlich von der Stange und, ja, und das ist leider eine traurige Tatsache, kann die Überbelastung des Körpers schon Mal zu einem multiplen Organversagen führen.
Doch kaum jemanden scheint das zu interessieren. Im Gegenteil. Oft werden solche Menschen mitleidig als „überempfindlich“ bezeichnet.
In den westlichen Ländern werden hochsensible Menschen als minderwertig gesehen, geringschätzig betrachtet und als „zu schwach“ bezeichnet. In anderen vor allem in den östlichen Kulturen, wie z.B. in China werden sie hoch geschätzt. Auszug aus nachfolgendem Link:
„In den meisten Kulturen, so die Psychologin Elaine Aron, hatten sensible Menschen ihren angestammten Platz, waren sie die eine von zwei Führungsklassen. In alten Zeiten waren sie Priester oder königliche Berater, während die anderen sich als Herrscher und Krieger hervortaten. Heute aber, so Aaron weiter, „erobern in den westlichen Kulturen die Nichtsensiblen immer mehr Terrain.“ In China etwa wird den Hochsensiblen Schülern höchste Achtung entgegengebracht, während sie in Kanada ganz unten in der Hierarchie der Schulklasse stehen. Für das Verdrängen der Hochsensiblen bezahlt jede Gesellschaft früher oder später einen hohen Preis.“
https://www.visionsschmiede.ch/images/coaching/hochsensibilitaet-hsp.pdf

In Amerika und den englischsprechenden Ländern werden Umwelterkrankte sehr oft auch Canaries genannt, weil sie als Frühwarnsystem gesehen werden. Sie sagen allen anderen Menschen etwas ganz Wichtiges.

Der Winzer inspiziert die Rosen, reagiert auf deren Symptome und handelt. Er kann es sich nicht leisten, so lange zu warten, bis alle Rosenstöcke mit Mehltau befallen sind.
Der Stollenarbeiter achtet auf den Kanarienvogel und seine Befindlichkeit, und handelt, um sein Leben nicht aufs Spiel zu setzen.
Wann handelt die Politik und die Medizin ernsthaft auf die Umweltkrankheit MCS?
Wie lange müssen wir darauf noch warten?

Jedes Jahr im Mai, melden sich MCS-Betroffene, also die Rosen und Kanarienvögel unter den Menschen, wieder vermehrt, um über die Krankheit MCS aufzuklären. Denn die Erfahrungen von Umwelterkrankten mit Umweltgiften nicht ernst zu nehmen, zu belächeln oder zu missachten, kann die Gesundheit aller gefährden. Das weiss man schon seit 1948, als Dr. Theron Randolph entdeckt hat, dass nicht die Lebensmittel „Allergien“ auslösen oder nicht vertragen werden, sondern die Chemie, mit denen diese behandelt werden.
http://www.blog.dr-merz.com/?p=218

Wenn das empfindliche Gleichgewicht in der Umwelt und im Menschen gestört ist, dann sollte das alle anderen Menschen in Alarmbereitschaft setzen.

To whom it may concern

Hallo 🙂

Wer auch immer mich handlungsunfähig oder leblos in meiner Wohnung vorfindet, wie z.B. Polizist, Hausverwalter, Notarzt, Rettungssanitäter, etc.  Letzteren vor allem sei Folgendes gesagt:

Ich bin an MCS erkrankt, multiple chemical sensitivity … ich reagiere auf geringste Spuren von Chemikalien mit schweren körperlichen Beschwerden bis hin zum anaphylaktischen Schock. Vielleicht bin ich ja sogar an Organversagen gestorben oder kurz davor, wenn sie mich finden.
Weil Sie diese Krankheit sicher nicht kennen und ich weiss, wie sich die Menschen um mich herum das Maul zerrissen haben, als ich noch handlungsfähig war, habe ich noch was zu sagen:

Bitte urteilen Sie nicht, wenn meine Unterwäsche nicht strahlend weiss ist. Ich kann keine Waschmittel verwenden, die absolute Reinheit versprechen und den Grauschleier mit aggressiven Bleichmitteln entfernen. Ich vertrage sie schlicht und einfach nicht. Ausserdem kann ich Kunstfaser nicht tragen, nur Wäsche aus 100% Naturfasern lasse ich an meine Haut; also irgendwelche Spitzen, Blümchen oder anderen Schnickschnack werden Sie da nicht finden. Entschuldigen Sie bitte, dass ich Ihnen in diesem Zustand nicht auch noch eine Augenweide sein kann.

Rümpfen Sie nicht die Nase, wenn ich nicht fein nach Parfüm, Deodorant oder einem anderen Körperpflegeprodukt rieche. Ich vertrage Duftstoffe nicht. Sollte Ihnen mein Körpergeruch unangenehm sein, dann denken Sie einfach daran, so riecht ein Mensch, der sich nicht maskiert hat, in dem er sich künstlich beduftet.
Sollte ich schon arg stinken, dann haben Sie mich einfach zu spät gefunden. In diesem Falle bedaure ich es sehr, dass mich niemand früher vermisst hat. Grundsätzlich aber stinke ich nicht, denn ich habe mich gesund ernährt, mit biologischen Lebensmitteln, wodurch ich über den Schweiss keine unnatürlichen Giftstoffe ausgeschieden habe, die sich dann auf der Haut auch noch mit Chemie verbinden und sich mit ihr zersetzen.

Wenn Sie in der Wohnung Dinge finden, die in Plastiktüten verpackt sind, dann möchte ich Ihnen sagen, dass ich manchmal in guter Hoffnung Artikel gekauft habe, die auch nach tagelangem Auslüften im Freien oder nach mehrmaligem Waschen in der Waschmaschine, den Chemiegeruch nicht verloren haben. Diese wollte ich nicht einfach wegwerfen. Ich habe ja dafür bezahlt. Ich musste sie aber in Plastiksäcke verpacken, oft sogar doppelt, damit der Geruch mich nicht weiter tangiert, bis sich jemand findet, der sich dafür interessiert.

Sie wundern sich, dass ich so alte Einrichtungsgegenstände habe? Sie fühlen sich wie im Brockenhaus?
Diese Gegenstände und Haushaltstextilien sind alle ausgerochen, ausgegast und sie sind funktionstüchtig. Warum hätte ich sie ersetzen sollen? Natürlich entspricht meine Einrichtung nicht dem neuesten Trend, aber die Chemikalien in diesen alten Möbeln haben sich schon lange in Luft aufgelöst und tangieren mich nicht mehr.
Neue helle freundliche Billigmöbel konnte ich mir einfach nicht anschaffen, weil sie stark kontaminiert sind. Biologische Möbel konnte ich mir nicht leisten, weil ich durch die Krankheit in Armut geraten bin. Das Sozialamt bezahlt keine Extraauslagen, die mit dieser Krankheit verbunden sind, denn auf die Mehrauslagen die diese Krankheit verursacht muss keine Rücksicht genommen werden. MCS ist in der Schweiz nicht anerkannt. In anderen Ländern wie z.B. den USA oder Kanada, ja sogar in den nördlichen Ländern Europas und in Europa selbst, findet man mit dieser Krankheit viel mehr Gehör und wird ernst genommen. Dort gibt es auch fähige Umweltmediziner. Auswandern konnte ich jedoch nicht. Wer hätte das bezahlen sollen? Und im Übrigen war ich in den letzten Jahren nie mehr reisetauglich, ich konnte ja nicht einmal mehr irgendwo Ferien machen und hätte die Reise dorthin sowieso nicht überlebt.

Ach ja, ich habe in meinem Leben und in Bezug auf diese Krankheit nicht NICHTS getan. Ich habe die letzten Jahre mit anderen Betroffenen darum gekämpft, dass diese Krankheit endlich ernst genommen wird. Wäre uns das gelungen, müsste ich Ihnen das nicht schreiben, denn dann wüssten Sie Bescheid.
Deshalb sieht es auf meinem Schreibtisch auch sehr chaotisch aus. Ich habe immer wieder im Internet recherchiert, mich in das Thema rein gelesen und immer wieder gehofft, den Schlüssel für dieses Problem zu finden. Aber leider, Fehlanzeige! Sie können mir glauben, ich hätte mir nichts anderes gewünscht als endlich gesund zu sein, auch wenn man mich oft als Simulant bezeichnet hatte. Können Sie sich vorstellen, dass es angenehmere Krankheiten gibt, um sich krank zu stellen? Aber lassen wir das. Es wird Sie wahrscheinlich eh nicht interessieren. Und Sie haben jetzt Wichtigeres zu tun, als sich über dieses Thema schlau zu machen.

Ich muss noch sagen, dass Sie den Notfallausweis mit der Symptomliste in meiner Handtasche finden. Es dauert aber, bis Sie das durch gelesen haben. Sie ist sehr lang. Ich befürchte das überlebe ich ohnehin nicht. Der Arzt, einer der wenigen der sich in der Schweiz mit dem Thema gut auskannte und seine Patienten ernst genommen hat, ist übrigens ausgewandert. Es macht also keinen Sinn, ihn anrufen zu wollen und meine jetzige Hausärztin müssen Sie nicht fragen, Sie hat leider keine Ahnung. Also lesen Sie lieber hier weiter …

Meine Wohnung ist nicht blitzeblank und Sie stören sich eventuell an den Kalkspuren in Küche und Bad und daran, dass es nicht nach frisch geputzt riecht? Ich konnte keine aggressiven Reinigungsmittel verwenden, die das alles beseitigt hätten, und ich hätte auch niemanden bitten können, dies für mich zu tun, weil meine Wohnung dann für mich ein paar Tage nicht mehr benutzbar gewesen wäre, und ich konnte ja nirgends anders hin. Ich habe halt vorwiegend nur mit Gallseife geputzt und mit Waschnüssen gewaschen, das hat mir nicht geschadet und war zudem noch für die Umwelt besser. Irgendwie blöd, dass so ein umweltbewusst lebender Mensch wie ich so abkratzen muss. Dabei bräuchten wir mehr von denen, denn die meisten anderen machen sich keine Gedanken, wie sie mit ihrem Verhalten die Umwelt zerstören und leben frisch fröhlich rücksichtslos weiter.

Meine Kleider bedürfen ebenfalls einer Erklärung. Sie sind teilweise alt, nicht modisch und nicht mehr so ganz in Form. Ich sah darin nicht aus wie aus dem Ei gepellt, aber sie waren geruchsneutral und für mich angenehm zu tragen. In den heutigen Textilien ist so viel Chemie, dass ich sie auf der Haut nicht aushalte und es mir auf die Lungen schlägt, wenn ich deren Geruch einatme. Da nützt vielfach auch mehrmaliges Waschen nicht. Die wenigen GUTEN Kleider, die ich habe sind zwar auch nicht hochmodern, aber sie sind von einem Bioversand. Mehr davon konnte ich mir nicht leisten. Für den Alltag, zum Einkaufen und die Spaziergänge mit meinem Hund, reichen die alten Kleider aber allemal, denn ich konnte ja ohnehin keine Konzerte mehr besuchen, ins Theater oder Kino gehen oder mich chic machen, um irgendwohin auf Besuch oder auswärts essen zu gehen.
Die ganz schönen Kleider die da noch irgendwo zu finden sind, stammen aus einer Zeit, wo ich noch ganz normal am Leben teilnehmen konnte. Ja, ich habe einmal ganz normal gelebt, aber das ist schon sehr lange her.

Apropos Hund. Sollte er noch leben, und nicht neben mir verhungert sein, weil mich niemand vermisst hat, dann behandeln Sie ihn gut und mit viel Liebe, denn er war mein Ein und Alles, mein bester Freund und treuester Begleiter. Informieren Sie bitte die Personen (Notfallausweis), die ich für einen solchen Fall vorgesehen habe. Sollten diese grad nicht erreichbar sein, was mir oft passiert ist, wenn ich wirklich jemanden gebraucht hätte, dann versuchen Sie es bitte solange bis sich jemand meldet und stecken Sie ihn nicht einfach in ein Tierheim. Das hätte er nicht verdient.
Er reagiert übrigens auch sehr empfindlich auf Duftstoffe, aber Hunde nehmen ja viel mehr wahr als der Mensch und diesbezüglich konnte er bei mir ein nahezu reizloses Leben führen.

Ach ja, sollte denn doch noch ein Zeichen von Leben in mir sein und sie sehen es als notwendig, mir nochmals eine Chance zu geben, dann kann ich Sie nicht an dem Versuch hindern, mich ins Leben zurück zu holen.
Achten Sie aber bitte darauf, dass Sie mir nicht unüberlegt und unwissend irgendwelche Chemie in die Adern jagen, mit der Sie das Gegenteil bewirken, denn ich reagiere auch hoch allergisch auf Medikamente. Am Besten für mich ist sowieso nur das, was technisch und ohne Chemie möglich ist, wie z.B. ein Defibrillator, sofern sie wirklich noch was für MEIN Leben tun, und nicht nachher auch noch eine grosse Rechnung stellen wollen, bei der die Pharma mitverdient, die zu einem grossen Teil auch an meinem Leiden mitverantwortlich ist.
Sie können auch mit einer Herzmassage Hand anlegen, wenn Sie dazu noch in der Lage sind und Sie es nicht durch die technischen Möglichkeiten die der Medizin heute zur Verfügung stehen schon verlernt haben. Sollten Sie es tatsächlich schaffen, mich zu reanimieren und Sie sind parfümiert oder verwenden kein duftneutrales Waschmittel, dann ist es gut möglich, und wundern Sie sich bitte nicht, wenn ich zurück ins Koma falle, denn Ihr Duft könnte mir abermals den Rest geben und sie müssten von vorne anfangen, was für mich und für sie sehr anstrengend wäre. Klingt komisch, ist aber so … Also lassen Sie es in diesem Falle lieber … es käme einer Sisyphus Arbeit gleich.

Und noch was: Sollte da wirklich Hopfen und Malz verloren sein und ich entgleite Ihnen unter den Händen weg in eine bessere Welt, und sie überlegen, ob Sie mich einfach noch so lange warm halten, bis ich ausgeschlachtet werden kann, damit Sie mit den Organen auch noch Profit machen können, dann möchte ich Ihnen sagen: Vergessen Sie’s. Das will ich nicht. Die Medizin hat sich während ich noch lebte nicht um mich geschert und mich nicht ernst genommen, oft sogar hat sie mich diffamiert; sie soll nach meinem Tod nicht auch noch an meinen Innereien gutes Geld verdienen. Ausserdem sind meine Organe durch die unzähligen Chemikalien, die von Politik und Medizin als harmlos bezeichnet werden, bereits so zerstört, dass sie nicht mehr zu gebrauchen sind.

Noch Fragen? Vielleicht schaffen Sie es ja, ein Wunder zu vollbringen. In diesem Fall werde ich mich gerne mit Ihnen weiter über all dies unterhalten, wenn ich dazu wieder in der Lage bin und es Sie interessiert, und dann können wir auch gerne darüber reden, wie die Medizin mit Menschen umgeht, die unter dieser organischen Krankheit leiden, die übrigens von der WHO klassifiziert ist und seit 1948 bekannt. Und sollten Sie mich dann ernst nehmen und sollte es Ihnen möglich sein, Ihren Berufskollegen und der Politik zu vermitteln, dass wir da ein ernstes Problem haben (es gibt immer mehr Betroffene), dann können wir auch gerne darüber reden, ob ich vielleicht bereit wäre, meine Organe zu spenden, um Ihnen zu helfen, Leben zu retten.

Ich befürchte aber, dass es aufgrund von allgemeiner Ignoranz und Desinteresse nicht dazu kommen wird.

MCS-Betroffene haben ein Frühwarnsystem

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. aus Gülle/Jauche.
https://www.ksta.de/region/euskirchen-eifel/dahlem/gesundheitsgefahr-durch-duengung-haeufig-probleme-mit-magen-und-darm-2176640

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. auf Duftstoffe.
https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-02/schadstoffbelastung-feinstaub-gase-chemieprodukte?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.facebook.ref.zeitde.share.link.x&utm_medium=sm&utm_source=facebook_zonaudev_ext&utm_campaign=ref&utm_content=zeitde_share_link_x
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/allergie/oeko-test-untersucht-parfums-diese-parfums-koennen-allergien-ausloesen-und-die-leber-schaedigen_id_5121308.html
https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/welche-duftstoffe-stehen-im-verdacht-allergien

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. in Zahnfüllungen.
http://www.mensch-und-zahn.de/40857/41637.html
http://www.imd-berlin.de/spezielle-kompetenzen/zahnmedizin/allergien-und-unvertraeglichkeiten/lymphozytentransformationstest-ltt.html

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Inhaltsstoffe, z.B. in Waschmitteln/Weichspülern.
http://www.t-online.de/heim-garten/haushaltstipps/id_81806742/gesundheitsrisiko-finger-weg-von-weichspuelern.html

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. auf Ausgasungen
aus Laserdruckern.
https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/blauer-engel-giftige-drucker-100.html
http://www.mdr.de/mediathek/video-147002_zc-89922dc9_zs-df360c07.html

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. Konservierungsstoffe/
Aromastoffe/Farbstoffe in Lebensmitteln.
http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/e-nummern-ueberblick-bei-diesen-zusatzstoffen-ist-vorsicht-geboten-a-1039053.html
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77148/Titandioxid-Nanopartikel-Wie-gefaehrlich-ist-E-171-fuer-Darmpatienten

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. in Kosmetika.
https://www.test.de/Mineraloele-in-Kosmetika-Kritische-Stoffe-in-Cremes-Lippenpflegeprodukten-und-Vaseline-4853357-0/

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. in Wohnmaterialien.
https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article117785027/Diese-Schadstoffe-lauern-in-Wohnungen-und-Haeusern.html

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. aus Verpackungen.
https://www.nzz.ch/schweiz/gesundheit-dutzende-schaedliche-substanzen-in-lebensmittel-verpackungen-erlaubt-1.18353133

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. in Medikamenten.
http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Gefaehrliche-Schmerzmittel,paracetamol104.html

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. auf
Pestizide/Insektizide/Biozide in unseren Lebensmitteln
http://hmjaag.de/pestizide/
https://www.global2000.at/publikationen/pestizidabdrift-vom-winde-verweht
https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/mehr-nervengift-in-spargel-milch-und-fleisch/

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Strahlen, z.B. aus
Handys/PC/Sendeanlagen.
https://swissharmony.ch/elektrosmog-ist-schaedlich/

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auch auf natürliche Allergene, z.B. auf Terpene.
Sie sind Allergieauslöser.
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/pdfs/Bicycl_Terpene.pdf

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere auf Giftstoffe,
z.B. Arsen in Reis.
https://www.nzz.ch/wissenschaft/medizin/mit-arsen-belastete-lebensmittel-experten-warnen-vor-zu-viel-reis-ld.87832

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe in der Atemluft,
z.B. aus Feuerwerkskörpern.
http://www.gerstel.ch/de/GA41-Feuerwerk.htm

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. Glyphosat.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77358/Landesaerztekammer-Baden-Wuerttemberg-warnt-vor-Glyphosat

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. in Desinfektionsmitteln.
http://www.stern.de/gesundheit/allergie/erkrankungen/berufsbedingte-allergie-wenn-die-arbeit-krank-macht-3360976.html
http://www.spektrum.de/alias/dachzeile/sauber-sauberer-krank/1019981

MCS-Betroffene
reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. auf Feinstaub.
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=66704
https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/warum-ist-feinstaub-schaedlich-fuer-den-menschen

MCS-Betroffene reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. auf Lösungsmittel.
http://www.stern.de/gesundheit/allergie/erkrankungen/msc—oeko–und-sick-building-syndrom-wenn-die-umwelt-krank-macht-3862774.html

MCS-Betroffene reagieren früher als andere
auf schädliche Pilze/Sporen, z.B. aus Schimmel.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/76547/Schimmelpilze-Nicht-nur-im-Essen-eine-Gefahr?utm_source=dlvr.it&utm_medium=gplus

MCS-Betroffene reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, z.B. in Textilien,
z.B. Formaldehyd.
https://www.welt.de/gesundheit/article13673320/Gefaehrlicher-Chemikalien-Cocktail-in-Textilien.html
https://www.saldo.ch/artikel/d/wenn-kleider-krank-machen/

MCS-Betroffene reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe in Lebensmitteln, wie z.B. Acrylamid.
https://www.rtl.de/cms/reiswaffeln-enthalten-arsen-cadmium-und-acrylamid-anbieter-reagieren-auf-kritik-2053549.html

MCS-Betroffene reagieren früher als andere
auf schädliche Stoffe, die beim Grillen entstehen,
Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe.
https://www.kleinezeitung.at/lebensart/gesundheit/gesundessen/5434354/SCHADSTOFFE-GEHEN-UNTER-HAUT_Forscher-entdecken-gefaehrliche?xtor=CS1-15

MCS-Betroffene reagieren früher als andere
auf flüchtige organische Verbindungen.
https://www.lungenliga.ch/de/die-lungen-schuetzen/luft-gesundheit/voc.html

MCS-Betroffene reagieren früher als andere
auf die schädlichen Auswirkungen von Ozon
https://www.apotheken-umschau.de/Umwelt/Wie-Ozon-der-Gesundheit-schadet-228999.html

usw.

Weitere Links zu diesen Themen:

https://www.swr.de/abgasalarm/luftschadstoffe-stickoxide-welchen-anteil-hat-der-verkehr/-/id=18988100/did=20682692/nid=18988100/ai23qt/index.html

https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/714778.html

Flüchtige organische Verbindungen verschmutzen die Luft

https://www.sciencedaily.com/releases/2018/02/180216084912.htm

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=74362

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/fluechtige-organische-verbindungen-deos-und-parfuems-verschmutzen-die-luft-a-1193760.html

https://www.focus.de/wissen/klima/gefahren-durch-haushaltsprodukte-fluechtige-organische-verbindungen-alltaegliche-sprays-verschmutzen-die-luft_id_8478418.html?fbc=fb-shares

https://www.uibk.ac.at/newsroom/der-geruch-der-stadt.html.de

 

ZUGUTERLETZT
Humor ist wenn man trotzdem lacht, heisst es.
Auch wenn uns MCS-Betroffenen des Öfteren einmal das Lachen vergeht, so sind wir denn doch nicht humorlos.
Ja, wir stänkern oft, wenn es uns stinkt auch wenn wir uns bewusst sind, dass wir niemandem verbieten können, Parfüm zu tragen. Aber vielleicht, in vielen Jahren, wenn allen klar ist, dass nicht nur Zigarettenrauch schädlich ist, sondern auch die Duftwolken von denen wir überall umgeben sind, dann gibt es vielleicht auch einmal ein Duftstoffverbot, sowie es Rauchverbote gibt; denn Duftstoffe benebeln im wahrsten Sinne des Wortes, und was der Wirtschaft längerfristig durch solch benebelte Mitarbeiter verloren geht, das lässt sich heute nur erahnen.
In nachfolgendem Artikel hat jemand, der sicher nicht von MCS betroffen ist, das Stänkern auf Hochglanz gebracht und ich habe mich köstlich amüsiert.
So hoffe ich denn, dass es dem einen oder anderen MCS-Betroffenen doch auch einen Lacher entlockt. 🙂
https://bellevue.nzz.ch/mode-beauty/bildstrecke/parfums-zum-davonrennen-die-scheusslichsten-maennerduefte-ld.1326085

Umwelterkrankte sind körperlich schwer kranke Menschen und nicht psychisch krank!

Die Missachtung der Anerkennung dieser Krankheit ist eine schwere Belastung für die Betroffenen, wird aber weiterhin erfolgreich betrieben.

Fakt ist: Der Körper von MCS-Betroffenen kann mit den unzähligen Schadstoffen in der Umwelt nicht mehr umgehen. Betroffene müssen strikte die für sie unverträglichen Stoffe meiden, damit sie einigermassen beschwerdefrei sind. MCS-Erkrankte haben sich diese Krankheit nicht ausgesucht. Sie verzweifeln oft genug daran, dass sie von gewissen Stoffen krank werden.
Keinem der Betroffenen macht es Spass, sein Dasein weitab vom normalen Leben zu fristen.
Eine Umkehr gibt es schlicht und einfach nicht. Einmal von etwas zu viel abbekommen und nichts geht mehr. Man kann, wenn überhaupt, nur noch die Symptome lindern.

Wie ein Querschnittgelähmter nicht psychisch krank ist, sondern „nur“ auf einen Rollstuhl und eine barrierefreie Umgebung angewiesen, damit eine gewisse Teilhabe an der Gesellschaft noch möglich ist, so sind MCS-Betroffene „nur“ Menschen mit Einschränkungen und besonderen Bedürfnissen, damit es im Kontakt mit anderen klappt.

Die Abwehrhaltung und Beschwichtigungstaktiken gegenüber dieser Krankheit, die man bei Ärzten, Psychiatern, Politikern und im persönlichen Umfeld erfährt, wo meist in dem Sinne argumentiert wird, dass es zu einer Schuldzuweisung führt:
„sind die Schadstoffe zu stark, bist du zu schwach“, womit die Beschwerden ins Lächerliche gezogen werden, man den Vorwurf hört, man bilde sich alles nur ein oder es sei alles nur psychisch, verstossen meines Erachtens gegen ein wesentliches Recht des Menschen, nämlich, dass man ihm zuhört, in ernst nimmt und in gutem Treu und Glauben darauf vertraut, dass er die Wahrheit sagt.
Ernsthafte Abklärungen sind von Nöten. Die kategorische Ablehnung und Ignoranz der Krankheit hilft jedoch nicht! Denn niemand ist aus Spass so krank und wohl niemand ist so blöd, dass er sich eine Krankheit selbst aussucht, die ihn so massiv einschränkt und ihm alles verwehrt, was ein unbeschwertes Leben ausmacht.

Es wäre einfach, MCS-Betroffenen bzw. Umwelt- und Multisystemerkrankten adäquat zu helfen:

Ärzte müssten die Problematik endlich ernst nehmen.
Sie müssten den Betroffenen zuhören, die diversen Berichte und Erfahrungswerte von Umweltmedizinern lesen und begreifen lernen, dass es diese Krankheit gibt, in der gewisse für den Einzelnen unverträgliche Auslöser ihn krank machen. Ohne diesen Rückhalt, sind Betroffene sich selbst überlassen. Die Symptome sind oft sehr massiv, fühlen sich lebensbedrohlich an, sind es manchmal auch und sie machen Angst.
Die gesundheitlichen Probleme kommen nach den Expositionen.
Ohne Expositionen sind die Betroffenen beschwerdefrei.

Psychiater müssten endlich eingestehen, dass MCS KEINE psychische Erkrankung ist;
Das wäre ein wichtiger Rückhalt für die Patienten, wodurch die Massenpsychiatrisierung einer gewissen Gruppe von Erkrankten und dadurch die Stigmatisierung in der Gesellschaft vermieden werden kann.
Sie müssten anerkennen,
dass wissenschaftlich erwiesen ist, dass Allergene und Schadstoffe entzündliche Prozesse im Körper auslösen und diese dauerhafte Belastung zu Depressionen führt, nebst all den anderen Symptomen, unter denen MCS-Betroffene leiden, die zudem fälschlicherweise oft als somatoforme Störung bezeichnet werden.
Es liegt keine somatoforme Störung vor, wenn man ohne Auslöser beschwerdefrei ist.
Das ständige Hinterfragen, was denn zuerst da war, das Huhn oder das Ei (die Depression oder MCS und umgekehrt), ist mühsam und kann im Fall von MCS eindeutig belegt werden.
Ohne Auslöser keine depressiven Verstimmungen. (Veränderung der Psyche durch Gifte die auf die Nerven gehen)
Ein Rückhalt durch wahr nehmen, ernst nehmen und anerkennen der Krankheit MCS,  würde die Patienten stärken und man könnte zusammen etwas verändern oder nach Lösungen suchen.

Politik und Medizin sollten diese Krankheit endlich als Tatsache ansehen und Ärzte, Psychiater, Rentenanstalten, Arbeitsämter, Behörden und die Verantwortlichen in der Wirtschaft informieren.
So könnten sowohl im medizinischen Bereich durch gezielte Abklärungen und Aufklärungen, wie auch bei den Psychiatern durch unnötige Behandlungen, Kosten gespart werden. Die Wirtschaft könnte angehalten werden, Arbeitsplätze zu schaffen, wo Betroffene trotz ihrer Einschränkung arbeiten können. Die Rentenanstalten sollten so souverän sein, den Ärzten zu vertrauen, die ihre Patienten schon über viele Jahre begleiten. Dazu gehört, dass sie die Arztberichte der Antragssteller ernst nehmen und nicht alles in Frage stellen, was der Patient schon an Ärzten aufgesucht und an Behandlungen absolviert hat und den jahrelangen freiwilligen Ärztemarathon der Patienten zwangsweise fortsetzen.
Niemand ist zum Spass krank! Rentenanstalten sollten hinter den Betroffenen (ihren Versicherten) stehen, sie ernst nehmen, unterstützen, und im Wissen über MCS und die damit verbundenen Einschränkungen mit der Wirtschaft zusammen arbeiten, so könnten Arbeitsplätze oder Bedingungen „geschaffen“ werden, die für Betroffene zumutbar sind, wodurch Eingliederungsmassnahmen zumindest eine Chance hätten, auch wenn ein Restrisiko bestehen bleibt.
Es müssten weniger aufwendige Abklärungen durchgeführt und allenfalls auch weniger Renten ausbezahlt werden.

***

MCS ist eine Krankheit die seit 1948 bekannt ist.

Das Nicht-ernst-nehmen von MCS, dass es belächelt wird, dass es auf die Psyche geschoben wird, zermürbt die Patienten, macht sie zusätzlich zur Perspektivlosigkeit die diese Krankheit früher oder später mit sich bringt krank und führt sie oft in die totale Erschöpfung, woraus dann eine richtige Depression und Arbeitsunfähigkeit entsteht. Wen wundert’s!
Diese Depression ist dann aber „hausgemacht“ und hätte vermieden werden können, denn sie ist die Erschöpfung in der Summe von Unverständnis, Stigmatisierungen und Kränkungen, für die viele im Umfeld von Betroffenen mitverantwortlich zeichnen, weil sie die Erkrankten oft über Jahre, in welcher Form auch immer, nicht ernst genommen und an den Pranger gestellt haben.

Niemand hält es psychisch auf Dauer durch, als Simulant und folglich als „Lügner“ bezeichnet zu werden.
Rufmord ist eben auch Mord. Um davor geschützt zu sein, müssen Betroffene sich zusätzlich zum Vermeiden der Auslöser auch noch sozial isolieren.

Es ist schlicht und einfach eine Schande, was mit MCS-Erkrankten (immer noch) passiert und ich weiss, es ist gewagt diesen Vergleich zu ziehen, aber die Stigmatisierung von Menschen mit Umwelt- bzw. Multisystem-erkrankungen ist für die Betroffenen gefühlt der Holocaust des 21. Jahrhunderts, denn das führt sie in einen unmenschlichen Kampf ums Überleben!

zu alt, zu krank, zu anstrengend = wertlos?

Allen die glauben, über Sozialhilfeempfänger und Invalidenrentenbezüger herziehen zu müssen sei Folgendes gesagt:

Die Wirtschaftslage hat sich verändert.
Menschlichkeit kann man sich nicht mehr leisten!
Wertvorstellungen haben sich verschoben.

Ich habe in einer Zeit gearbeitet, in der Dienstleistungsbereitschaft, Ehrlichkeit, Pflichtbewusstsein, hohe Einsatzbereitschaft, Loyalität gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten und Freundlichkeit gegenüber den Kunden sehr geschätzt wurde. Das war meine Einstellung zur Arbeit und daran hat sich nichts geändert.
Einzig meine gesundheitlichen Einschränkungen machen mich zum „Risikofaktor“ und uninteressant für den Arbeitsmarkt.

Wenn ich heute so erlebe, was da alles „einen Job hat“ und mit welcher Einstellung dieser oft ausgeführt wird, dann ärgere ich mich darüber, dass ich all meine guten Eigenschaften nun auf dem Sozialamt und bei der Rentenanstalt verschwenden muss, weil ich für die Wirtschaft zu alt, zu anstrengend und zu krank bin, und kein Arbeitgeber bereit war, mir im Hinblick auf meine Fähigkeiten, einen Arbeitsplatz einzurichten, der geeignet gewesen wäre, trotz der körperlichen Einschränkungen einer geregelten Arbeit nachzugehen.

Jetzt muss ich mich mit Versicherungen und Ämtern herumschlagen, deren Mitarbeiter nichts anderes tun, als mich in meiner Glaubwürdigkeit prüfen und dabei die vielen Diagnosen von diversen Fachärzten in Frage stellen, weil sie angehalten sind, Rentenzahlungen möglichst zu vermeiden.
Versicherungen und Sozialämter sind keine Wohltäter, sondern Kostenträger, die alles daran setzen müssen, die Unkosten so niedrig wie möglich zu halten. Wer glaubt das macht Spass, der war wohl selbst noch nie in einer Situation in der er auf Hilfe angewiesen war.

Wie viel einfacher wäre es, einen Arbeitsplatz zu haben, wo man seine Talente und Fähigkeiten einbringen und sein Wissen anwenden kann, eventuell wohlwollendes Feedback und Anerkennung für seine Leistung bekommt, und dafür noch bezahlt wird.

Wo ein Wille ist, ist nicht immer ein Weg, wenn man in diesem Willen, auf die Bereitschaft
und den Willen von anderen angewiesen ist.

Denkt bitte daran, bevor ihr ein Urteil fällt!

„Psychobiologie der Hoffnung“ – „the right environment“

und die innere und äussere Vergiftung der Menschheit

In einem Buch aus dem Jahr 1913 von Georg Mayer ist von einer Massenerkrankung durch Nahrungs- und Genussmittel die Rede, und es wird dabei auf die verschiedenen chemischen Substanzen hingewiesen, die sich z.B. in unserer Nahrung befinden.
https://www.exlibris.ch/de/buecher-buch/deutschsprachige-buecher/georg-mayer/massenerkrankungen-durch-nahrungs-und-genussmittelvergiftungen/id/9783663007753

Harriet Braiker hat in Ihrem Buch „Giftige Beziehungen: Wenn andere uns krank machen“ sehr gut beschrieben, was passiert, wenn man versucht, solche Beziehungen aufrecht zu erhalten. Sie vergiften den Körper und machen krank.

https://www.amazon.de/Giftige-Beziehungen-andere-krank-machen/dp/3596151953

***

Psychischer Missbrauch (zwischenmenschlich) und strukturelle Gewalt (oft Missbrauch, der vom System ausgeht) sind nicht förderlich für eine seelische und körperliche Gesundheit.
Sendung Scobel: Psychische Gewalt  https://www.youtube.com/watch?v=EG04vU2h7Rw&t=35s

Der Mensch muss sich tagtäglich in einer destruktiven Gesellschaft behaupten und erlebt immer mehr Rücksichtslosigkeit und Zerstörung in der Natur.
Unser zwischenmenschliches Überleben gestaltet sich fast nur noch in einem Umfeld aus Konkurrenzkampf, Wettbewerbsdenken mit Ellbogentechnik, Ausbeutung, Aggression, Demütigungen, Futterneid, Mobbing, Egoismus, Rücksichtslosigkeit, Gleichgültigkeit, Empathielosigkeit usw. man lese dazu das Buch von Dr. Manfred Lutz: „Irre – Wir behandeln die Falschen“.
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Irre-Wir-behandeln-die-Falschen/Manfred-Luetz/Goldmann-TB/e365570.rhd

Demgegenüber steht eine immer kleiner werdende Minderheit von empathischen Einzelkämpfern, die versucht, weiterhin mit Tugenden wie Ehrlichkeit, Anstand, Freundlichkeit, Höflichkeit, Mitgefühl und Umweltbewusstsein, ihren Alltag zu bewältigen. Das brennt diese mit der Zeit vollends aus, denn sie bekommen kaum noch das Feedback, das sie in ihrer „Tugendhaftigkeit“ bestätigen würde, sie werden eher als Weltverbesserer, Spinner und Träumer bezeichnet.

Der Mensch leidet und mit ihm seine Umwelt, nicht zuletzt auch aufgrund der Eigenschaften des egoistischen Menschen. Schöne erholsame grüne Plätze werden zubetoniert und darauf Bauten mit Wohn- und Geschäftsräumen hochgezogen, die einer artgerechten Haltung des Menschen wohl kaum noch entsprechen.
Aus den wenigen Ackerflächen die bleiben, wird durch Überdüngung und Einsatz von massenhaft Pestiziden und Insektiziden möglichst viel heraus geholt. Chemie im Alltag wird tonnenweise täglich ins Abwasser gespült. Wir sind Abgasen von oben und unten ausgesetzt und ständig mit Ausgasungen von schädlichen Materialien konfrontiert, die sich überall befinden und durch die Zunahme der Bevölkerung nicht weniger werden.

Wie soll ein Mensch da geistig, seelisch und körperlich gesund bleiben, wo er doch mittlerweile ständig inneren und äusseren Vergiftungen ausgesetzt ist.

Psychiatrische Einrichtungen, juristische Anlaufstellen, Wellnessoasen, Orte zur Erholung der Seele, wo man Hilfe bekommt, aufgepäppelt wird und dann wieder in den Alltag entlassen, gibt es mittlerweile zur Genüge. Doch Achselzucken erfährt man oft auch dort, denn wo das Übel nicht an der Wurzel gepackt wird, macht das den Einzelnen auf Dauer nicht gesund, sondern lindert im höchsten Fall dessen Symptome. Und so wird einem denn nur geholfen in dieser kranken Struktur weiterhin einigermassen über die Runden zu kommen.
Das Krankmachende ändern all diese Institutionen nicht und das Bewusstsein, mehr Sorge zur Umwelt zu tragen, wird dort auch nicht gestärkt, sondern vielmehr werden wir angehalten, immer mehr aushalten zu müssen. Wer’s nicht aushält, ist einfach zu schwach (nicht therapierbar), wird im näheren Umfeld aus dem Nest gestossen (Hackordnung/Schwache fliegen raus) und aus dem System als „nutzlos und „nicht lebensfähig“ ausgeschlossen (amtliche Diffamierung).

Neurobiologen die sich damit beschäftigen, wie seelische Vergiftungen den Körper verändern und schwere körperliche Symptome auslösen, sprechen von der Möglichkeit der Reparatur solcher Schäden, in Form einer „Psychobiologie der Hoffnung“, in welcher der Körper wieder regenerieren kann.
https://www.uniklinik-ulm.de/fileadmin/default/Kliniken/Kinder-Jugendpsychiatrie/Dokumente/8_Artikel_Nervenheilkunde.pdf

Umweltärzte, die aufzeigen, dass Umwelteinflüsse von uns oft nicht mehr ausgehalten werden und zu schweren körperlichen Schäden führen, raten zu einem gesunden Leben, weitab und mit dem Ausschluss von krankmachenden Faktoren, oder wie Ann Boroch, eine amerikanische Ärztin, sagte:
„Your Body has not forgotten zu heal – you just need to create the right environment for a long enough period of time, to remove inflammation and infection“
http://www.annboroch.com/

Das alles macht Hoffnung, ist aber in den Industrie- und Wohlstandsländern aus den erwähnten Gründen wohl kaum mehr durchführbar. Es müsste ein globales Umdenken stattfinden, und ganze Bevölkerungsschichten müssten bereit sein, sich sowohl innerlich wie auch äusserlich für ein giftfreies Leben zu entscheiden. Nur das könnte uns alle wahrscheinlich vor Schlimmerem bewahren und für den Planeten und uns heilsam sein.

MCS heisst Blue Christmas für die meisten Betroffenen

Kennst Du es aus Deiner Kindheit?
Draussen spielen die Kinder und Du musst drinnen bleiben, weil Du krank bist?
Du schaust sehnsüchtig aus dem Fenster und hoffst, dass Du bald wieder gesund bist, damit Du mit den anderen draussen spielen kannst? Hast Du Dich darüber gefreut, wenn Dich dann endlich jemand besucht hat, aber wollten Dich viele nicht besuchen, weil sie Angst hatten, dass sie sich bei Dir anstecken?

Kannst Du Dich an dieses Gefühl erinnern? Und hast Du auch so sehr gehofft, dass Du bald wieder da raus kannst, alles wieder „normal“ ist, um mit den anderen spielen zu können, und wie erleichtert und froh Du warst, als Du wieder gesund warst?

MCS ist eine Krankheit, bei der Du fast nur noch hinter dem Fenster sitzt und manchmal sehnsüchtig raus schaust, dorthin, wo das Leben sich abspielt. Es kommt kaum jemand zu Dir. Nicht sie haben Angst, dass sie sich anstecken könnten, sondern Du läufst Gefahr, dass sie eine Chemikalie in Deine Wohnung bringen, die Symptome bei Dir auslöst. Für sie ist es sehr kompliziert und oft auch sehr anstrengend, darauf Rücksicht zu nehmen.
Die Hoffnung, dass Du da wieder einmal raus kannst, ist ganz gering. Du versuchst es ab und zu, aber dann musst Du wieder viele Tage hinter dem Fenster sitzen, weil Dein Körper das da draussen nicht aushält und die da draussen haben oft keine Ahnung, wie es denen da drinnen geht, oft sind sie durchs Spielen auch zu sehr abgelenkt, um sich darüber Gedanken zu machen, solange sie selbst nicht davon betroffen sind.
Und wenn Du dann wieder raus gehst und Dich mal kurz blicken lässt, ist für sie alles in Ordnung. Da braucht man auch nicht mehr nachzufragen. Doch wenn Du immer wieder gezwungen wirst, drinnen zu bleiben, weil Du immer wieder krank bist, dann werden sie bald auch nicht mehr nachfragen. Du gehst vergessen.

MCS ist keine Krankheit die man schnell mal auskuriert und dann überstanden hat.
MCS ist immer.

Einmal mehr gibt es Dinge, die ich zu MCS erklären will, denn nach wie vor ist das Unverständnis gross, obwohl schon so viel darüber gesagt, geschrieben und berichtet wurde. Liest es vielleicht gar niemand? Will man es nicht mehr hören? Interessiert es einen nicht, wenn man nicht selbst davon betroffen ist?

MCS ist KEINE Allergie, sondern eine Umwelt- und Multisystemerkrankung. Die körperlichen Beschwerden sind ähnlich einer Allergie, aber nicht behandelbar und sie betreffen den ganzen Körper.

MCS das ist, wenn das Giftfass im Körper voll ist, weil es überlastet ist und gleichzeitig eine Entgiftungsstörung vorliegt, wodurch die Giftstoffe nicht in nützlicher Frist abgebaut werden können, weshalb ein winziger weiterer „Tropfen“ das Fass zum Überlaufen bringt und eine Kaskade von Beschwerden auslöst. Entgiftungskuren bringen oft nichts, weil bereits zu viele Umweltgifte um uns herum sind, die der Organismus der Betroffenen nicht mehr verkraften kann.

MCS ist individuell. Nicht alle Betroffenen reagieren gleich oder auf alles. Bei den einen ist es mehr, bei den anderen weniger, je nachdem welche Chemikalie oder über Jahre verwendete Stoff das Fass des Einzelnen einmal zum Überlaufen gebracht hat. Egal was der Auslöser ist, er ist aber für alle Betroffenen sehr belastend, oft auch gefährlich und manchmal sogar lebensbedrohlich.

MCS das ist, wenn der Körper auf GERINGSTE Spuren reagiert. Man stelle sich einen Tropfen Parfüm in einem kleinen See vor. So eine geringe Menge genügt oft schon, um die schweren Beschwerden auszulösen. Oft ist es nur ein Hauch von irgendwas.

MCS, das ist wenn jemand aus Rücksichtnahme auf eine betroffene Person seine Haare mit einem duftfreien Shampoo gewaschen hat und der/die Betroffene reagiert trotzdem drauf, weil darin ein Konservierungsstoff enthalten ist, der durch die Körperwärme in die Luft abgegeben wird.

MCS, das ist wenn Betroffene BIO essen und ihr Körper sagt, dass es DEMETER sein muss.

MCS Betroffene reagieren nicht NUR auf Duftstoffe in der Luft, auch wenn das für viele eines der Hauptprobleme ist, weil man dem überall ausgesetzt ist. Sie reagieren grundsätzlich auf fast alle Chemikalien oft aber auch auf natürliche Stoffe wie z.B. Terpene in Hölzern (Möbel, Spaziergang im Wald), natürliche ätherische Öle, weil diese durch ihre hohe Konzentration toxisch sind und z.B. auch auf Kakao/Schokolade, weil darin der natürliche Stoff Theobromin enthalten ist, der eigentlich giftig ist, aber von Gesunden problemlos abgebaut werden kann. Theobromin ist für Hunde übrigens tödlich, weil auch der Stoffwechsel von Hunden nicht in der Lage ist, den Stoff abzubauen.

MCS das ist, wenn eine betroffene Person ein Geschenk auspackt, und es ihm den Atem raubt, weil es nach dem Parfüm des Absenders riecht, auch wenn dieser in dem Moment als er das Geschenk eingepackt hast grad kein Parfüm getragen hat. Die Duftmoleküle von Produkten mit Duftstoffen wie Parfüm, Waschmittel, Weichspüler, Duftkerzen und all der andere Dinge die in einem normalen Haushalt verwendet werden, lagern sich überall in der Wohnung ab.

MCS das ist wie Leben in einem Gefängnis, aber nicht weil man was verbrochen hat, sondern weil man dort SICHER ist.

MCS heisst Verzicht auf ein normales Leben, Verlust von Freunden, Familie. Soziale Kontakte sind kaum mehr möglich.

MCS bedeutet schlussendlich fast immer Verlust der Arbeit und dadurch entstehen finanzielle Probleme.

MCS macht es einem fast unmöglich, irgendwo Ferien zu machen oder Freizeit zu leben, weshalb viele Betroffene seit Jahren nichts mehr ausserhalb ihrer 4 Wände erlebt haben, was die Bezeichnung Erholung verdient hätte. Auch Theater, Konzerte, Kino usw. kann man schlicht und einfach vergessen.

MCS bedeutet Einzelhaft mit kontrolliertem Freigang.

MCS das ist, wenn einen die Menschen für verrückt erklären, weil man so natürlich wie möglich leben MUSS.

MCS das ist, wenn man grad noch klar im Kopf war und durch einen Duftstoff nichts mehr auf die Reihe bekommt und sich vorkommt, als wäre man schwerst dement.

MCS, das ist wenn man ein neues Kleidungsstück kauft und es so lange waschen muss, bist alle Chemikalien restlos ausgewaschen sind. Oft gelingt das gar nicht, denn gewisse Materialien saugen diese Stoffe regelrecht auf und sie haften dort ewig. Das ganze Verfahren von neuen Produkten verträglich machen, ist sehr zeitaufwendig und kostspielig.

MCS heisst, wenn man seinen Einkauf zuerst auf dem Fensterbrett oder im Garten auslüften muss, bevor man ihn in der Küche in die Schränke räumt, weil die Verpackungen nach den Duftstoffen riechen, die im Geschäft aus den Waschpulver-, Kosmetik- und Duftkerzenregalen auf die Lebensmittel strömen.

MCS heisst, dass man gesalzene Bionüsse kauft und man sie trotzdem nicht essen kann, weil das Salz ein Antiklumpmittel enthält.

MCS heisst, dass wenn man einen Unfall hat, wo es um Leben und Tod geht, die medizinische Versorgung den Tod bedeuten könnte, wenn die Krankheit nicht 100% ernst genommen wird und man ein Medikament verabreicht bekommt, das unverträglich ist (das sind die meisten).
(Deshalb wäre es so wichtig, dass MCS endlich anerkannt ist und mehr Informationsarbeit geleistet wird, damit Arzt, Sanitäter und Pflegepersonal eine Ahnung haben, worum es geht. In vielen Ländern ist das noch nicht der Fall.)

MCS das ist, wenn man gestern noch eine betroffene Person „gesund“ beim Einkaufen gesehen hat und diese die nächsten Tage nicht mehr unter Leute kann, weil sie die Nebenwirkungen von gestern abfangen muss. Dies ist nur durch striktes Meiden aller Auslöser möglich. Alles andere würde zum körperlichen Supergau führen.

MCS, darüber sind sich Fachleute einige, ist eine der schwersten Krankheiten, die wir kennen, ja schwerer noch als Krebs, weil MCS nicht behandelbar ist, kein normales Leben mehr möglich ist, Betroffene enorm eingeschränkt sind, Kontakte auf ein Minimum reduziert sind und sie nicht mehr am Leben teilhaben können. Alles was Ablenkung bringen, Freude machen und das Immunsystem stärken würde ist nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Aber nicht nur, dass das alles nicht mehr möglich ist, Betroffene werden oft ausgegrenzt, gemieden, nicht ernst genommen und zusätzlich noch diffamiert.

MCS sieht man den Betroffenen nicht an, weshalb sie oft für Simulanten gehalten werden.

MCS das ist, wenn der soziale Tod lange vor dem körperlichen kommt.

MCS heisst für die meisten von uns

HAVE YOURSELF A MERRY LITTLE CHRISTMAS

und das im wahrsten Sinne des Wortes …

In diesem Sinne beende ich das Blogjahr 2017. Viel werde ich zu diesem Thema wohl nicht mehr sagen,
ich fühle mich müde, erschöpft, bin des Kämpfens müde, weil ich feststellen muss, dass man uns nicht zuhört
und eigentlich alles keinen Sinn hat.
Steter Tropfen höhlt in diesem Fall nicht den Stein, sondern geht nur noch auf die Nerven. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Wir müssen also auf die „Epidemie“ warten … will heissen, dass wir nur hoffen können, dass immer mehr Menschen davon betroffen sind.

Macht euch Weihnachten so gemütlich und schön wie möglich.

Alles Liebe für euch.