Von einem normalen Leben, meinen Träumen und MCS

Es war an einem schönen Samstag im September. Ich ging an einem alten Haus vorbei, an dem ich schon vorher so oft vorbeigegangen war. Das Haus selbst ist einigermassen in Schuss, abgesehen vom verwilderten Garten rundherum. Die Scheune daneben ist nur noch eine Hülle ihrer selbst und droht zusammen zu brechen. Lange halte ich mich unter dem Dach nie gerne auf. Wildromantisch sind die Holzbalken unter diesem und die mit grünen Ranken überwucherten Fensterrahmen allemal.

Öfter schon habe ich mich bei diesem Haus durch die Brombeeren oder Brennnesseln gekämpft und durch die Fenster ins Innere geschaut. Es sah nicht bewohnt aus, und doch stand da eine Couch, ein paar Stühle und ganz weit hinten ein Klavier. Nein, ein richtig schöner schwarzer Flügel. So kam die Vermutung, dass es sich hier um einen Proberaum für Musiker handelt, die weit abgelegen Ihrer Leidenschaft frönen, denn in dieser Gegend ist sonst nichts, ausser Wald und eine lange Zufahrt zu einem Bauernhof. Aber nie habe ich dort jemanden gesehen, egal um welche Tageszeit ich dort war und es sah nicht so aus, als dass es regelmässig benutzt würde. So blieb denn dieses alte Gebäude im Dornröschenschlaf immer ein Mysterium für mich.

Bis eben an diesem Samstag. Ich war grad auf dem Retourweg von einem ganz langen Spaziergang als ich in die Nähe kam. Und weil ich da schon fast die ganze Tour hinter mir hatte und es zudem ein Stück steil bergauf ging und ich ziemlich müde war, ging ich gemächlich, legte öfters Pausen ein, blieb stehen, drehte mein Gesicht zur Sonne und liess sie mir noch ein bisschen ins Gesicht scheinen.

Als ich näher zu besagtem Haus kam, hörte ich plötzlich Klavierklänge. Ich blieb stehen, versuchte herauszufinden woher das kam. „Es muss aus diesem Haus kommen, sonst ist da weit und breit nichts“, dachte ich. Und dann sah ich, dass vor dem Haus ein Auto stand und die Türe ins Innere weit offen war.

Zögerlich näherte ich mich. Ich sah einen älteren Herrn am Flügel sitzen. Ganz versunken spielte er. Wie es schien, ganz für sich alleine. Er bemerkte mich erst, als ich die Schwelle übertrat. Da hörte er auf, lächelte mich an, und ich fragte, ob ich kurz rein kommen dürfe. „Selbstverständlich“, sagte er.

Der alte grosse offene Raum, der den ganzen unteren Stock ausmacht, war von der Abendsonne in helles Orange gehüllt, die durch eine grosse Fensterfront gegen das Tal und zum Fluss runter, dort wo der Bauernhof steht, zu dem man hier vorbei zufahren kann, den Raum mit ihrem Licht und ihrer Wärme füllte.

Ich erklärte mich. Erzählte genau das, was ich hier auch beschreibe und so kamen wir schnell ins Gespräch. Er freute sich, dass ich Interesse zeigte, am Klavier, an dem was er hier tut und ich freute mich, dass ich jetzt endlich einmal die Möglichkeit hatte, das Geheimnis zu lüften, was es mit diesem abgelegenen Haus auf sich hat. Wie oft dachte ich, wenn ich vorbei ging, das es ideal wäre für mich. Nicht zu gross, nicht zu klein, weit weg von jeglicher Zivilisation, mitten in der Natur. Eigentlich dort wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen, nur ab und zu einmal ein paar Autos durchfahren, auch solche die nicht durchfahren dürften, weil sie keine Anrainer sind. Aber egal. Trotzdem noch weit genug weg von allem.

Doch gleich als ich den Raum betrat, bekam ich gleichzeitig zu meiner Begeisterung auch ein beklemmendes Gefühl. Ich spürte irgendwie, dass er nicht für mich geeignet ist. Nach ein paar Atemzügen, merkte ich, dass das ganze faszinierende Ambiente überdeckt wird von einem intensiven Modergeruch, und je länger ich mich aufhielt umso mehr spürte ich die Enge in meinem Brustkorb, obwohl mein Herz voll unbändiger Freude über diese Begegnung war. Nach Duftstoffen roch nichts. Auch er nicht.

Da stand ich nun, an diesem Flügel, der ziemlich verstaubt war. Ich sah mich in Gedanken, hier Staub zu wischen und erzählte ihm nebenbei von meiner Zeit als Musikerin. Wehmut kam hoch. Ich sagte, dass ich oft daran denke, wie ich mir am Flügel meines Vaters die Seele frei klimperte, ohne es je gelernt zu haben. Wir schnitten kurz das Thema an, als es da am Bodensee ein Lokal gab, in dem Talentwettbewerbe stattfanden (früher hiess das noch nicht Castingshow) und stellten fest, dass wir dort beide mitgemacht haben. Als ich ihm erzählte, dass ich damals mit meiner Band sogar gewonnen habe, war er hin und weg. Zwei Musiker unter sich.

Der Herr erzählte mir, dass sie öfter mal am Sonntag Vormittag zusammen kommen, immer wieder mal. Verschiedene Musiker, aus lauter Spass an der Freud, und hier einfach ein bisschen Musik machen, und ich solle doch einmal vorbei kommen. Er würde sich freuen. Was für eine Verlockung! Ich dachte an früher, als wir bis in die Nacht hinein unsere Musiksessions und Proben hatten, dann im Probelokal rumhingen, träumten von einer grossen Karriere und später dann, weit nach Mitternacht, noch irgendwo jenseits der Grenze einen Imbissstand aufsuchten, um unsere hungrigen Mägen zu füllen. Oft kamen wir nach solchen Ausflügen erst früh Morgens nach Hause, schliefen bis zum Mittag und trafen uns dann abends an den Wochenenden wieder, der Schlagzeuger, der Keyboarder, der Bassist und ich.

Als meine Gedanken so abschweiften, während er erzählte, läuteten in meinem Kopf immer mehr und unaufhörlich die Alarmglocken: „Du musst hier raus!“ Aber mein Herz sagte: „Komm bleib!“ Ich fühlte mich zurück versetzt in eine Zeit, wo mir alle Türen noch offen standen. Ich genoss es, über Musik zu reden. Wir lachten, als er sagte, ich solle mich doch ans Klavier setzen, und ich erwiderte, ich könne es gar nicht, ich spiele doch nur Gitarre. Er könne es auch nicht, sagte er. Es sei eigentlich Saxophonist und klimpere nur so rum. Sein Geklimpere klang aber weitaus besser, als meines je geklungen hat, was mich davon abhielt, sein Angebot anzunehmen.

Irgendwann wurde der Druck in meinem Brustkorb unerträglich. Ich begann mich immer mehr zu räuspern, konnte mich nicht mehr richtig konzentrieren. Ich sagte ihm, dass ich gehen müsse, und dass ich gerne wieder einmal vorbei schauen würde. Ich bat ihn, noch etwas zu spielen. Er setzte an, ich blieb noch eine Weile stehen, lächelte ihn noch einmal zustimmend an, winkte bestätigend, dass ich jetzt gehe und kehrte dieser Szene den Rücken …

Draussen holte ich erst einmal tief Luft und entfernte mich dann langsam von diesem Ort. Noch lange hörte ich das Klavier als ich durch den herbstlichen Wald ging. Ich war selig beschwingt. „Ich werde ihn fragen, ob ich einmal für eine Stunde an diesen Flügel sitzen darf. Einfach so für mich … die Seele leerklimpern und sie baumeln lassen … träumen … einfach nur sein …“, dachte ich.

Auf dem ganzen Retourweg bis zum Auto (das sind ca. 20 Minuten), hing ich diesem Gedanken nach und war berührt von dieser Begegnung. Ich war wild entschlossen ihm zu schreiben, ihn darum zu bitten, diesen Raum benützen zu dürfen, das Klavier … dort, mitten in der Natur …

Ein paar Stunden hielt das an. Dann, nachdem die Euphorie nachgelassen hat, weil die mahnende Stimme in meinem Inneren immer heftiger wurde, fiel ich in mich zusammen: „Vergiss es! Du würdest es in diesem Raum keine halbe Stunde aushalten. Du wärst total unruhig und könntest es nicht geniessen. Du wirst das nächste Mal heftiger reagieren als dieses Mal. Du wirst es vielleicht eine Stunde durchstehen, aber dann bist Du fertig. Dann wird Dein Körper wieder tagelang verrückt spielen und Du wirst es büssen müssen. Definitiv!!!“ Es war, als wäre das Licht, die Wärme und die Freude aus meinem Gesicht gewichen.

Ich setzte den Brief an ihn trotzdem auf. Ich änderte ihn ein paar Mal. Die anfängliche Freude wich der Ernüchterung. Meine Zeilen wurden immer resignierender und unverbindlicher und irgendwann speicherte ich den Brief einfach ab und druckte ihn nie aus. Die Vernunft hatte gesiegt!

3 ganze Tage und Nächte später, ging ich mit meinem Hund spazieren und dachte an dieses Haus, an das Klavier, an die Musiksessions die dort stattfinden … und ich sagte zu mir:
„Du KANNST nicht mehr dazu gehören, da kannst Du Dich noch so freuen und begeistern. Es ist ein Traum. Es ist vorbei. Du kannst NIRGENDS MEHR dazu gehören! Du kannst Gitarre spielen, aber allein. Du kannst Dich an Dein altes Klavier in Deiner Wohnung setzen, aber allein. Du kannst durch den Wald spazieren und von draussen den Klängen zuhören, aber dort hinein kannst Du definitiv nicht … Hör auf zu träumen von etwas, das sich nicht mehr realisieren lässt, auch wenn Du noch so gerne möchtest. Mach Dir nicht den Mund wässrig, mit etwas, das Dir gesundheitlich definitiv schaden würde, auch wenn es noch so schön klingt … hör auf zu träumen! Geh in Deine duftfreie Welt zurück und geniesse das was Du dort noch geniessen kannst. Aber Finger weg von solchen Träumen. Es ist vorbei!!!“

Derart von meiner inneren Stimme, die laut mit mir sprach gemassregelt, öffnete ich zu Hause die Tastaturabdeckung meines alten Wandklaviers. Seit Jahren sass ich da zum ersten Mal wieder und begann zu spielen. 15 Jahre habe ich es nicht getan, und so schlecht klang es gar nicht, musste ich feststellen. „Ich würde doch tatsächlich noch etwas zustande bringen“, dachte ich lächelnd … aber es ist total verstimmt und lange kann ich da nicht üben, sonst habe ich Terror im Haus. Zu guter Letzt, nachdem die Tasten ein wenig warm gespielt waren, roch ich doch tatsächlich auch noch Überreste meines ehemaligen Parfüms.

Ich schloss den Deckel, stellte die Sachen drauf, die dort vorher standen, schob den Klavierhocker wieder in die Vertiefung zurück und löschte das Licht.

***

MCS heisst, man muss seine Träume begraben. Da kann das Herz noch so viel Freude empfinden, der Körper ohrfeigt einen ständig und es bleibt einem nichts anderes übrig, als die Warnsignale ernst zu nehmen. Tut man es nicht, endet es in einem kompletten körperlichen Supergau und der kann tödlich sein. Man weiss nie wo, wann, wie man in einen Auslöser gerät, ausser man streicht jegliche Spontanität aus seinem Leben. Aber das würde heissen, dass man grad so gut aufgeben kann. Die Dosis macht das Gift. Ich versuche mir nur zuzumuten, was ich dann auch bewältigen kann. Aber das ist weit weg von einem nur einigermassen normalen Leben.

Und nein, ich will kein Mitleid. Ich weiss, dass es vielen Betroffenen so geht und teils noch schlimmer. Aber all jene die glauben, sie müssten uns belächeln oder die uns nicht ernst nehmen, die sagen, wir schotten uns ab, wir seien komisch, weil wir uns zurück ziehen, die sollen einmal darüber nachdenken, was es bedeutet, all das aufgeben zu müssen, was man mit Leidenschaft und Hingabe getan hat und wofür das Herz immer noch brennt, aber nicht mehr brennen darf.

***

Ein Buch zu diesem Thema:

„Vergiftet und vergessen“ von Urs Beat Schärz

Auszug daraus:

„Man stelle sich vor, dass man mit sechsundvierzig Jahren todkrank wird und dadurch alles verliert, wofür man vorher gelebt hat. Zurückgeworfen auf sich selbst, wegisoliert von der Gesellschaft durch die Art der Erkrankung. Nichts ist mehr wie früher!

Neben dem Zuhause bietet allein die Natur eine Oase der Erholung und Genesungsmöglichkeit. Mehr als zehn Jahre hat es bei mir gedauert, bis sich der durch zu viele Chemikalien belastete Körper wieder etwas erholte. Nicht alle Menschen vertragen die heutige Umwelt problemlos. Chemikaliensensible Menschen gibt es auf der ganzen Welt, zu Millionen, speziell in den Industrieländern. Sie fristen oft ein Dasein, das an Dramatik nicht zu überbieten ist.“

http://cms-verlag.ch/index.php/vergiftet-und-vergessen

MCS und der Grundbedarf des Lebens

Das Leben eines Betroffenen mit MCS (multiple chemical sensitivity) gestaltet sich äusserst schwierig. Der Grundbedarf, der für gesunde Menschen ganz normal gedeckt werden kann, ist für Erkrankte sehr eingeschränkt, denn sie reagieren auf geringste Spuren von Duft- und Schadstoffen/Chemikalien, mit schweren körperlichen Beschwerden.

Nachfolgend soll aufgezeigt werden, wie sich der Alltag in Bezug auf das Allernötigste im Leben gestaltet:

Nahrung

MCS-Betroffene benötigen Lebensmittel und Getränke ohne künstliche Zusatzstoffe in Bio- oder Demeterqualität. Die Mahlzeiten müssen frisch zubereitet werden, oftmals in speziell geeigneten Kochgeräten, wie Glas oder Email. Teflonbeschichtungen sind nicht geeignet. Ebenso muss darauf geachtet werden, dass das Kochgeschirr nickelfrei ist. Kunststoffbehälter können aufgrund der Weichmacher ebenfalls problematisch sein. Das Trinkwasser aus der Leitung wird oft chemisch behandelt, damit es geniessbar ist. Trotzdem können Spuren von Pestiziden oder anderen Schadstoffen darin enthalten sein. So kann vielerorts von Betroffenen nicht einmal das Wasser aus der Leitung getrunken werden. Man ist auf stilles, vorzugsweise, wenn man auch empfindlich auf Schwefel reagiert, mineralstoffarmes Wasser aus Glasflaschen angewiesen. Getränke aus PET-Flaschen sind meist ebenfalls nicht verträglich, aufgrund der Weichmacher im Plastik.

Leiden Betroffene an zusätzlichen Allergien oder Intoleranzen, was häufig der Fall ist, gestaltet sich die Auswahl der Lebensmittel trotz guter Qualität sehr schwierig. Solchen mehrfach belasteten Personen beiben nur noch ein paar wenige Lebensmittel die sie konsumieren können.

Kleidung

Textilien enthalten viele Schadstoffe, die selbst durch mehrmaliges Waschen nicht verschwinden.

MCS-Betroffene reagieren auf geringste Rückstände sofort. Das Selbe gilt auch für Schuhe, Jacken, Mäntel, Haushaltswäsche. Schadstofffreie fast unbelastete Kleidungsstücke werden von speziellen Versandhäusern und Geschäften angeboten. Diese sind allerdings sehr teuer.

Manchmal hat man das Glück bei Billiganbietern unbelastete Kleidung zu entdecken, die aber dann oft durch die Ausgasungen der anderen angebotenen Textilien im gleichen Geschäft stark belastet sind. Die Chancen sind jedoch gross, solche Belastungen auswaschen zu können. Schwieriger wird es bei Kleidung die zwar biologisch ist, aber beim Hersteller mit einem Waschmittel gewaschen wurde, das Duftstoffe enthält. Es gibt Duftstoffe die bekommt man kaum raus, auch nach mehrmaligem Waschen nicht

Wohnen

Die Wohnung eines MCS-Betroffenen muss schadstofffrei und ruhig sein. Er ist auf einen erholsamen Schlaf angewiesen. Übliche Bau- und Wohnmaterialien wie Bodenbeläge, Wandfarben, Geräte, Einrichtungsgegenstände enthalten unzählige Schadstoffe die permanent ausgasen. Hat ein MCS-Betroffener einmal eine Wohnung gefunden die für ihn geeignet ist, und die er sich für ihn verträglich einrichten konnte, kann er sich glücklich schätzen. Ein Wechsel in eine andere Wohnung ist schwierig, wodurch man sich oft gefangen und in seiner Freiheit eingeschränkt fühlt, denn man kann nicht wohnen wo man möchte oder wie es das Herz begehrt, man muss bleiben, wo man es aushält.

Was sich ausserhalb der Wohnung abspielt, birgt trotz verträglichem Wohnraum Gefahren, so z.B. gemeinschaftlich genutzte Räume wie Treppenhäuser, Keller, Waschküchen, Tiefgaragen usw. Selbst der Aufenthalt auf dem Balkon oder Gartensitzplatz ist nie uneingeschränkt möglich, wenn angrenzende Nachbarn Wäsche aufgehängt haben oder sich dort aufhalten. Rücksichtnahme und Verständnis von den Mitbewohnern ist da von Nöten, meist aber schwierig zu bekommen und es erfordert das persönliche klärende Gespräch, was sich schwierig gestaltet. Bekommt man das Verständnis nicht, wird das Wohnen zur Belastung und zum täglichen Spiessrutenlauf. Vielfach wird die Bitte um Rücksichtnahme auch als Angriff gesehen, was zu Mobbing führt. Gut aufgehoben ist man wirklich nur dann, wenn man eine gut verträgliche Wohnung hat und Nachbarn, die Verständnis zeigen.

Strassenarbeiten, Baustellen, Neubauten in der Nähe, Grünflächen in der Umgebung auf denen Unkrautvernichtungsmittel versprüht oder Pflanzen gespritzt werden, Industriebetriebe die mit Chemikalien arbeiten usw. sind ein Problem. Wohnt man in der Stadt ist man weit entfernt von Pestiziden, dafür wird man eingenebelt von Duftstoffen, Abgasen, Rauch und Shishadämpfen. Wohnt man auf dem Land, ausser man wohnt in einer Bio-Region, wird man mehrmals im Jahr mit dem Einsatz von Pestiziden, Insektiziden oder Gülle konfrontiert.

Arbeiten

Arbeitsplätze die für MCS-Betroffene geeignet sind, sind Illusion, denn die Gefahren einer Schadstoffexposition, die sich negativ auf die Gesundheit und somit auch auf die Leistungsfähigkeit auswirken, lauern überall. Sie stecken in der Einrichtung, in Arbeitsmaterialien, in Geräten oder in den Textilien und Körperpflegeprodukten der Mitarbeiter und Vorgesetzten. Arbeiten von zu Hause aus wäre möglich, ist aber kaum durchführbar, wenn Unterlagen ausgetauscht werden oder zwischendrin Besprechungen stattfinden müssen. Eine Arbeit die man in völliger Isolation zu Hause ausführen kann, ohne mit anderen Menschen oder Materialien in Berührung zu kommen gibt es nicht. Jedenfalls keine, mit der man sich einen angemessen Lebensunterhalt verdienen kann. Ausserdem ist die Isolation ein psychische Belastung.

Soziale Teilhabe

Kontakte mit anderen Personen sind mit dieser Krankheit nur sehr eingeschränkt möglich. Wenn das Gegenüber normal lebt, normal leben heisst für MCS-Betroffene sie verwenden Parfüm, Kosmetik, Körperpflegemittel, normale Kleidung, im Grunde all das was Schad- und Duftstoffe ausgast, dann führt das bei Erkrankten zu körperlichen Beschwerden. Gemeinsame Unternehmungen sind eine logistische Herausforderung und nur möglich, wenn das Gegenüber sich an gewisse Regeln hält und auf starke Auslöser verzichtet. Das tut keiner gerne, weil man sich in seiner Freiheit eingeschränkt fühlt. Wer verzichtet schon gerne auf sein Lieblingsparfüm oder seinen Weichspüler. Oftmals sind Kontakte nur noch mit ganz wenigen Menschen möglich, die bewusst Rücksicht nehmen. Man trifft sich auch vorzugsweise im Freien. Trotzdem, ein Restrisiko bleibt. Besuche erhalten ist praktisch unmöglich, weil die Gefahr besteht, dass Stoffe (vor allem Duftstoffe, die lange anhalten) in die gut verträgliche Wohnung getragen werden. Irgendwohin auf Besuch gehen, zu Menschen die normal leben, ist aussichtslos. Es funktioniert vielleicht für kurze Aufenthalte in einer solchen Wohnung, aber nicht für ein gemütliches Zusammensein.

Mobilität

Das Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln mit Klimaanlagen, Beduftung und den Ausgasungen aller Mitreisenden ist eine Qual für jeden MCS-Erkrankten. In einem Bus, Zug oder Flugzeug halten Betroffene es keine 5 Minuten aus, ohne darauf zu reagieren. Auf diese Weise auf Reisen zu gehen ist nicht möglich.

Wer irgendwann einmal ein Auto gefunden hat, dass für ihn geeignet ist, wird darum kämpfen, es möglichst lange behalten zu können, selbst wenn es schon fast auseinander fällt. Reparaturen an diesem müssen mit grösster Sorgfalt, Verständnis und Rücksichtnahme ausgeführt werden, sonst wird das verträgliche Gefährt zur Gefahr.

Es gibt keine Autos, die im Innenraum so ausgestattet sind, dass sie für MCS-Betroffene geeignet wären. Neuwagen, die sich die meisten Betroffenen ohnehin nicht mehr leisten können, gasen z.B. Weichmacher, Lösungsmittel, Flammschutzmittel aus. Gebrauchtwagen, die älter als 10 Jahre sind, könnten geeignet sein, weil nur noch wenige Schadstoffe von den Materialien abgegeben werden, doch wenn der Vorbesitzer Weichspüler, Waschmittel mit Duftstoffen, Parfüm, Aftershave, Haargel oder sonstige Produkte wie z.B. Duftbäumchen verwendet hat, dann ist dieses Auto für Betroffene beim besten Willen nicht geeignet. Diese Duftstoffe dringen in die Materialien und setzen sich dort fest, wo sie weiter ausgasen. Wiederholtes Einölen der betroffenen Teile und abwaschen mit Gallseife, kann helfen. Allerdings gibt es Stellen, die man nicht reinigen kann, weil die Duft-/Schadstoffe sich fest mit dem Material verbinden, wie z.B. der Schaumgummi in den Sitzen.

Und weil jeder normale Mensch Produkte mit Duftstoffen verwendet, ist es fast unmöglich ein geeignetes Fahrzeug zu finden. Das Fahren mit Maske behindert die Sicht und die Atmung und ist nur für kurze Strecken möglich. Ausserdem ist es ein Trugschluss zu glauben, man könnte sich mit einer Maske schützen, die nur die Atemluft filtert. Diese Stoffe wirken auch über die Schleimhäute, Augen, Haut.

Medizinische Versorgung

Auch wenn den MCS-Betroffenen von „normalen“ Ärzten (es bräuchte mehr Umweltmediziner) oft nicht geholfen werden kann, so sind doch manchmal Arztbesuche notwendig. Zahnarzt, Vorsorge, Notfälle. Viele Betroffene überlegen sich x-Male ob sie zum Arzt gehen sollen oder nicht, denn sie wissen: das Problem beginnt schon im Wartezimmer. Diese sind oft übervoll mit Patienten, die auf eine Behandlung warten. Dort müssen MCS-Betroffene in einer Duftwolke aus Parfüm, Haarshampoo, Körperpflegeprodukten, Weichspüler usw. ausharren bis sie dran kommen. Viele bitten darum, vor der Türe im Freien auf den Aufruf warten zu können, was oft nicht viel besser ist, aber doch eher auszuhalten. Zudem werden die Räumlichkeiten in den Arztpraxen nicht selten mit Duftsachen bestückt. Es soll ja möglichst nicht nach krank und nach Praxis riechen. Hinzu kommen die Duftstoffe in den Reinigungsmitteln und die vielen Desinfektionsmittel. Ein Arztbesuch ist für Betroffene eine grosse Belastung, dort wo ihnen eigentlich geholfen werden sollte. Sie suchen gesundheitlich angeschlagen Hilfe und setzen sich einer zusätzlichen Gefahrenquelle aus. Oft kommt dann noch, wenn man nicht DEN Arzt seines Vertrauens hat, dass MCS von vielen nicht ernst genommen wird. Medikamente werden meist gar keine mehr vertragen und wo nicht mit Chemie behandelt werden kann, macht sich Hilflosigkeit breit. Umweltmediziner, die für diese Krankheit kompetent wären, gibt es viel zu wenige. So werden Zahnbehandlungen und Vorsorgeuntersuchungen erst gar nicht wahr genommen oder lange hinaus geschoben. Die Betroffenen warten darauf bis es ihnen „so gut“ geht, dass sie das Abenteuer eines Arztbesuches wagen können. Um diesen Zustand zu erlangen, müssen sie sich vor einem Arztbesuch tagelang isolieren. Wenn ein Notfall eintritt, dann hilft eigentlich nur noch beten, dass der Notarzt die Notausweise berücksichtigt, die Dokumente durchliest und zuhört, wenn der Patient noch sprechen kann, denn dieser weiss am Besten was dann noch geht und was nicht mehr. Wer nicht mehr in der Lage ist, sich mitzuteilen, der hat hoffentlich jemanden an seiner Seite, der das für ihn tut. 

Freizeit

Wie soll ein Mensch, der all das berücksichtigen muss noch Ferien machen bzw. seine Freizeit normal gestalten? Theater, Ausstellungen, Stadtbummel, Museumsbesuche usw. … nichts ist mehr möglich. In Schwimmbädern z.B. ist die Atemluft belastet mit Chlordämpfen, Sonnenschutzmitteln der Badenden und Duftstoffen. Selbst das Baden in einem See kann zum Problem werden, aufgrund der Schadstoffe die dort durch die Badenden oder Boote ins Wasser gelangen.

Verkehrsmittel, Unterkunft, Verpflegung. Es kann für die Ferien nicht so organisiert werden, dass der Betroffene kein Risiko eingeht. Abgesehen davon, hat dieser zu Hause die Sicherheit, dass, wenn es ihm nicht gut geht, er sein Netzwerk und die Ärzte in der Nähe hat, die sich mit seiner Krankengeschichte auskennen. Kaum ein MCS-Betroffener kann noch Urlaub machen. Hat man das Glück sich ein Wohnmobil leisten zu können, das erst noch gut verträglich ist, kann man zumindest sein unbelastetes Zuhause mitnehmen und so ein wenig auf Reisen gehen.

Fazit:

Wie soll ein Mensch, dessen Alltag ein ständiger Spiessrutenlauf ist, einer Arbeit nachgehen können? Menschen mit dieser Krankheit sind nicht behindert, sie werden behindert und darüber sollten die Verantwortlichen einmal nachdenken. Könnten MCS-Betroffene ihren Grundbedarf ohne Schad- und Duftstoffe decken, dann wären sie oftmals noch zumindest zu einem Teil arbeitsfähig. Das ist aber nirgends gegeben und so werden Menschen mit MCS durch die Umwelt in höchstem Masse behindert und sind folglich auch als schwer Behinderte zu betrachten.
Alleine schon der Grundbedarf eines solchen Lebens wird zur täglichen Herausforderung.
Nicht der Betroffene ist nicht willig etwas zu ändern, sondern sein Umfeld, die Gesellschaft, die Umwelt um ihn herum, kann nicht geändert werden und so wird er zum Umweltkranken und folglich „behindert gemacht“.

Jeder MCS-Betroffene würde sich wünschen, dass die Verantwortlichen in Politik, Medizin und bei den Rentenanstalten das endlich erkennen.

MCS-Betroffene sind die Rosen unter den Reben

Schon mal durch einen Weingarten spaziert? Die Rosenstöcke beachtet, die dort zwischen die Reben oder am Ende einer Reihe von Reben gepflanzt wurden? Sie sind nicht nur schön anzusehen, sie haben auch eine Funktion.
Rosen reagieren um Einiges empfindlicher als Reben und sind deshalb anfälliger für Krankheiten. Sie dienen dem Winzer als Frühwarnsystem. Sind sie gesund, ist alles in Ordnung. Sind sie krank und haben z.B. Mehltau, wird den Reben vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt.
„Man“ ist in Alarmbereitschaft um präventiv handeln zu können. Der Winzer weiss die Überempfindlichkeit der Rosen zu schätzen und daraus einen Vorteil zu ziehen.
http://grüneliebe.de/rosen-und-weinreben-die-perfekte-kombination/

Ein anderes Beispiel.
Früher wurden Kanarienvögel in Käfigen mit unter Tage genommen. Sie dienten als Gradmesser für die Luftqualität im Stollen. Auch hier hat sich der Mensch die Empfindlichkeit von Lebewesen zu Nutze gemacht, und die Befindlichkeit der kleinen gelben Vögel unter extremen Bedingungen sehr ernst genommen. Kippten diese von der Stange, wussten die Arbeiter, dass die Luft so schlecht ist, dass es Zeit war, den Stollen zu verlassen. Ignoranz oder das Verhalten der Tiere zu missachten, wäre tödlich gewesen.

Was haben die Rosen in den Reben und die Kanarienvögel unter Tage mit MCS zu tun?

MCS heisst multiple chemical sensitivity. Menschen, die an dieser Umweltkrankheit leiden, reagieren früher als andere auf geringste Spuren von Chemikalien oder Schadstoffen mit schweren körperlichen Symptomen. Man könnte auch sagen, das empfindliche Gleichgewicht in ihrem Körper reagiert bei geringster Belastung, dies vor allem oft auch deshalb, weil die Bedingungen in der Umwelt schon ziemlich prekär sind. Handelt der von dieser MCS, auch Umwelterkrankung genannt, Betroffene nicht umgehend auf die ersten Symptome, kann es schwerwiegende Folgen haben.

Weltweit gibt es mittlerweile Millionen die mit zunehmender Intensität unter solchen Symptomen leiden. Es werden immer mehr und doch sind es offensichtlich noch viel zu wenige, um dem Thema endlich die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Die Menschen erkranken, neben ihren etwas robusteren Zeitgenossen, bekommen von Umweltgiften schwere körperliche Beschwerden und kippen oft förmlich von der Stange und, ja, und das ist leider eine traurige Tatsache, kann die Überbelastung des Körpers schon Mal zu einem multiplen Organversagen führen.
Doch kaum jemanden scheint das zu interessieren. Im Gegenteil. Oft werden solche Menschen mitleidig als „überempfindlich“ bezeichnet.
In den westlichen Ländern werden hochsensible Menschen als minderwertig gesehen, geringschätzig betrachtet und als „zu schwach“ bezeichnet. In anderen vor allem in den östlichen Kulturen, wie z.B. in China werden sie hoch geschätzt. Auszug aus nachfolgendem Link:
„In den meisten Kulturen, so die Psychologin Elaine Aron, hatten sensible Menschen ihren angestammten Platz, waren sie die eine von zwei Führungsklassen. In alten Zeiten waren sie Priester oder königliche Berater, während die anderen sich als Herrscher und Krieger hervortaten. Heute aber, so Aaron weiter, „erobern in den westlichen Kulturen die Nichtsensiblen immer mehr Terrain.“ In China etwa wird den Hochsensiblen Schülern höchste Achtung entgegengebracht, während sie in Kanada ganz unten in der Hierarchie der Schulklasse stehen. Für das Verdrängen der Hochsensiblen bezahlt jede Gesellschaft früher oder später einen hohen Preis.“
https://www.visionsschmiede.ch/images/coaching/hochsensibilitaet-hsp.pdf

In Amerika und den englischsprechenden Ländern werden Umwelterkrankte sehr oft auch Canaries genannt, weil sie als Frühwarnsystem gesehen werden. Sie sagen allen anderen Menschen etwas ganz Wichtiges.

Der Winzer inspiziert die Rosen, reagiert auf deren Symptome und handelt. Er kann es sich nicht leisten, so lange zu warten, bis alle Rosenstöcke mit Mehltau befallen sind.
Der Stollenarbeiter achtet auf den Kanarienvogel und seine Befindlichkeit, und handelt, um sein Leben nicht aufs Spiel zu setzen.
Wann handelt die Politik und die Medizin ernsthaft auf die Umweltkrankheit MCS?
Wie lange müssen wir darauf noch warten?

Jedes Jahr im Mai, melden sich MCS-Betroffene, also die Rosen und Kanarienvögel unter den Menschen, wieder vermehrt, um über die Krankheit MCS aufzuklären. Denn die Erfahrungen von Umwelterkrankten mit Umweltgiften nicht ernst zu nehmen, zu belächeln oder zu missachten, kann die Gesundheit aller gefährden. Das weiss man schon seit 1948, als Dr. Theron Randolph entdeckt hat, dass nicht die Lebensmittel „Allergien“ auslösen oder nicht vertragen werden, sondern die Chemie, mit denen diese behandelt werden.
http://www.blog.dr-merz.com/?p=218

Wenn das empfindliche Gleichgewicht in der Umwelt und im Menschen gestört ist, dann sollte das alle anderen Menschen in Alarmbereitschaft setzen.

To whom it may concern

Hallo 🙂

Wer auch immer mich handlungsunfähig oder leblos in meiner Wohnung vorfindet, wie z.B. Polizist, Hausverwalter, Notarzt, Rettungssanitäter, etc.  Letzteren vor allem sei Folgendes gesagt:

Ich bin an MCS erkrankt, multiple chemical sensitivity … ich reagiere auf geringste Spuren von Chemikalien mit schweren körperlichen Beschwerden bis hin zum anaphylaktischen Schock. Vielleicht bin ich ja sogar an Organversagen gestorben oder kurz davor, wenn sie mich finden.
Weil Sie diese Krankheit sicher nicht kennen und ich weiss, wie sich die Menschen um mich herum das Maul zerrissen haben, als ich noch handlungsfähig war, habe ich noch was zu sagen:

Bitte urteilen Sie nicht, wenn meine Unterwäsche nicht strahlend weiss ist. Ich kann keine Waschmittel verwenden, die absolute Reinheit versprechen und den Grauschleier mit aggressiven Bleichmitteln entfernen. Ich vertrage sie schlicht und einfach nicht. Ausserdem kann ich Kunstfaser nicht tragen, nur Wäsche aus 100% Naturfasern lasse ich an meine Haut; also irgendwelche Spitzen, Blümchen oder anderen Schnickschnack werden Sie da nicht finden. Entschuldigen Sie bitte, dass ich Ihnen in diesem Zustand nicht auch noch eine Augenweide sein kann.

Rümpfen Sie nicht die Nase, wenn ich nicht fein nach Parfüm, Deodorant oder einem anderen Körperpflegeprodukt rieche. Ich vertrage Duftstoffe nicht. Sollte Ihnen mein Körpergeruch unangenehm sein, dann denken Sie einfach daran, so riecht ein Mensch, der sich nicht maskiert hat, in dem er sich künstlich beduftet.
Sollte ich schon arg stinken, dann haben Sie mich einfach zu spät gefunden. In diesem Falle bedaure ich es sehr, dass mich niemand früher vermisst hat. Grundsätzlich aber stinke ich nicht, denn ich habe mich gesund ernährt, mit biologischen Lebensmitteln, wodurch ich über den Schweiss keine unnatürlichen Giftstoffe ausgeschieden habe, die sich dann auf der Haut auch noch mit Chemie verbinden und sich mit ihr zersetzen.

Wenn Sie in der Wohnung Dinge finden, die in Plastiktüten verpackt sind, dann möchte ich Ihnen sagen, dass ich manchmal in guter Hoffnung Artikel gekauft habe, die auch nach tagelangem Auslüften im Freien oder nach mehrmaligem Waschen in der Waschmaschine, den Chemiegeruch nicht verloren haben. Diese wollte ich nicht einfach wegwerfen. Ich habe ja dafür bezahlt. Ich musste sie aber in Plastiksäcke verpacken, oft sogar doppelt, damit der Geruch mich nicht weiter tangiert, bis sich jemand findet, der sich dafür interessiert.

Sie wundern sich, dass ich so alte Einrichtungsgegenstände habe? Sie fühlen sich wie im Brockenhaus?
Diese Gegenstände und Haushaltstextilien sind alle ausgerochen, ausgegast und sie sind funktionstüchtig. Warum hätte ich sie ersetzen sollen? Natürlich entspricht meine Einrichtung nicht dem neuesten Trend, aber die Chemikalien in diesen alten Möbeln haben sich schon lange in Luft aufgelöst und tangieren mich nicht mehr.
Neue helle freundliche Billigmöbel konnte ich mir einfach nicht anschaffen, weil sie stark kontaminiert sind. Biologische Möbel konnte ich mir nicht leisten, weil ich durch die Krankheit in Armut geraten bin. Das Sozialamt bezahlt keine Extraauslagen, die mit dieser Krankheit verbunden sind, denn auf die Mehrauslagen die diese Krankheit verursacht muss keine Rücksicht genommen werden. MCS ist in der Schweiz nicht anerkannt. In anderen Ländern wie z.B. den USA oder Kanada, ja sogar in den nördlichen Ländern Europas und in Europa selbst, findet man mit dieser Krankheit viel mehr Gehör und wird ernst genommen. Dort gibt es auch fähige Umweltmediziner. Auswandern konnte ich jedoch nicht. Wer hätte das bezahlen sollen? Und im Übrigen war ich in den letzten Jahren nie mehr reisetauglich, ich konnte ja nicht einmal mehr irgendwo Ferien machen und hätte die Reise dorthin sowieso nicht überlebt.

Ach ja, ich habe in meinem Leben und in Bezug auf diese Krankheit nicht NICHTS getan. Ich habe die letzten Jahre mit anderen Betroffenen darum gekämpft, dass diese Krankheit endlich ernst genommen wird. Wäre uns das gelungen, müsste ich Ihnen das nicht schreiben, denn dann wüssten Sie Bescheid.
Deshalb sieht es auf meinem Schreibtisch auch sehr chaotisch aus. Ich habe immer wieder im Internet recherchiert, mich in das Thema rein gelesen und immer wieder gehofft, den Schlüssel für dieses Problem zu finden. Aber leider, Fehlanzeige! Sie können mir glauben, ich hätte mir nichts anderes gewünscht als endlich gesund zu sein, auch wenn man mich oft als Simulant bezeichnet hatte. Können Sie sich vorstellen, dass es angenehmere Krankheiten gibt, um sich krank zu stellen? Aber lassen wir das. Es wird Sie wahrscheinlich eh nicht interessieren. Und Sie haben jetzt Wichtigeres zu tun, als sich über dieses Thema schlau zu machen.

Ich muss noch sagen, dass Sie den Notfallausweis mit der Symptomliste in meiner Handtasche finden. Es dauert aber, bis Sie das durch gelesen haben. Sie ist sehr lang. Ich befürchte das überlebe ich ohnehin nicht. Der Arzt, einer der wenigen der sich in der Schweiz mit dem Thema gut auskannte und seine Patienten ernst genommen hat, ist übrigens ausgewandert. Es macht also keinen Sinn, ihn anrufen zu wollen und meine jetzige Hausärztin müssen Sie nicht fragen, Sie hat leider keine Ahnung. Also lesen Sie lieber hier weiter …

Meine Wohnung ist nicht blitzeblank und Sie stören sich eventuell an den Kalkspuren in Küche und Bad und daran, dass es nicht nach frisch geputzt riecht? Ich konnte keine aggressiven Reinigungsmittel verwenden, die das alles beseitigt hätten, und ich hätte auch niemanden bitten können, dies für mich zu tun, weil meine Wohnung dann für mich ein paar Tage nicht mehr benutzbar gewesen wäre, und ich konnte ja nirgends anders hin. Ich habe halt vorwiegend nur mit Gallseife geputzt und mit Waschnüssen gewaschen, das hat mir nicht geschadet und war zudem noch für die Umwelt besser. Irgendwie blöd, dass so ein umweltbewusst lebender Mensch wie ich so abkratzen muss. Dabei bräuchten wir mehr von denen, denn die meisten anderen machen sich keine Gedanken, wie sie mit ihrem Verhalten die Umwelt zerstören und leben frisch fröhlich rücksichtslos weiter.

Meine Kleider bedürfen ebenfalls einer Erklärung. Sie sind teilweise alt, nicht modisch und nicht mehr so ganz in Form. Ich sah darin nicht aus wie aus dem Ei gepellt, aber sie waren geruchsneutral und für mich angenehm zu tragen. In den heutigen Textilien ist so viel Chemie, dass ich sie auf der Haut nicht aushalte und es mir auf die Lungen schlägt, wenn ich deren Geruch einatme. Da nützt vielfach auch mehrmaliges Waschen nicht. Die wenigen GUTEN Kleider, die ich habe sind zwar auch nicht hochmodern, aber sie sind von einem Bioversand. Mehr davon konnte ich mir nicht leisten. Für den Alltag, zum Einkaufen und die Spaziergänge mit meinem Hund, reichen die alten Kleider aber allemal, denn ich konnte ja ohnehin keine Konzerte mehr besuchen, ins Theater oder Kino gehen oder mich chic machen, um irgendwohin auf Besuch oder auswärts essen zu gehen.
Die ganz schönen Kleider die da noch irgendwo zu finden sind, stammen aus einer Zeit, wo ich noch ganz normal am Leben teilnehmen konnte. Ja, ich habe einmal ganz normal gelebt, aber das ist schon sehr lange her.

Apropos Hund. Sollte er noch leben, und nicht neben mir verhungert sein, weil mich niemand vermisst hat, dann behandeln Sie ihn gut und mit viel Liebe, denn er war mein Ein und Alles, mein bester Freund und treuester Begleiter. Informieren Sie bitte die Personen (Notfallausweis), die ich für einen solchen Fall vorgesehen habe. Sollten diese grad nicht erreichbar sein, was mir oft passiert ist, wenn ich wirklich jemanden gebraucht hätte, dann versuchen Sie es bitte solange bis sich jemand meldet und stecken Sie ihn nicht einfach in ein Tierheim. Das hätte er nicht verdient.
Er reagiert übrigens auch sehr empfindlich auf Duftstoffe, aber Hunde nehmen ja viel mehr wahr als der Mensch und diesbezüglich konnte er bei mir ein nahezu reizloses Leben führen.

Ach ja, sollte denn doch noch ein Zeichen von Leben in mir sein und sie sehen es als notwendig, mir nochmals eine Chance zu geben, dann kann ich Sie nicht an dem Versuch hindern, mich ins Leben zurück zu holen.
Achten Sie aber bitte darauf, dass Sie mir nicht unüberlegt und unwissend irgendwelche Chemie in die Adern jagen, mit der Sie das Gegenteil bewirken, denn ich reagiere auch hoch allergisch auf Medikamente. Am Besten für mich ist sowieso nur das, was technisch und ohne Chemie möglich ist, wie z.B. ein Defibrillator, sofern sie wirklich noch was für MEIN Leben tun, und nicht nachher auch noch eine grosse Rechnung stellen wollen, bei der die Pharma mitverdient, die zu einem grossen Teil auch an meinem Leiden mitverantwortlich ist.
Sie können auch mit einer Herzmassage Hand anlegen, wenn Sie dazu noch in der Lage sind und Sie es nicht durch die technischen Möglichkeiten die der Medizin heute zur Verfügung stehen schon verlernt haben. Sollten Sie es tatsächlich schaffen, mich zu reanimieren und Sie sind parfümiert oder verwenden kein duftneutrales Waschmittel, dann ist es gut möglich, und wundern Sie sich bitte nicht, wenn ich zurück ins Koma falle, denn Ihr Duft könnte mir abermals den Rest geben und sie müssten von vorne anfangen, was für mich und für sie sehr anstrengend wäre. Klingt komisch, ist aber so … Also lassen Sie es in diesem Falle lieber … es käme einer Sisyphus Arbeit gleich.

Und noch was: Sollte da wirklich Hopfen und Malz verloren sein und ich entgleite Ihnen unter den Händen weg in eine bessere Welt, und sie überlegen, ob Sie mich einfach noch so lange warm halten, bis ich ausgeschlachtet werden kann, damit Sie mit den Organen auch noch Profit machen können, dann möchte ich Ihnen sagen: Vergessen Sie’s. Das will ich nicht. Die Medizin hat sich während ich noch lebte nicht um mich geschert und mich nicht ernst genommen, oft sogar hat sie mich diffamiert; sie soll nach meinem Tod nicht auch noch an meinen Innereien gutes Geld verdienen. Ausserdem sind meine Organe durch die unzähligen Chemikalien, die von Politik und Medizin als harmlos bezeichnet werden, bereits so zerstört, dass sie nicht mehr zu gebrauchen sind.

Noch Fragen? Vielleicht schaffen Sie es ja, ein Wunder zu vollbringen. In diesem Fall werde ich mich gerne mit Ihnen weiter über all dies unterhalten, wenn ich dazu wieder in der Lage bin und es Sie interessiert, und dann können wir auch gerne darüber reden, wie die Medizin mit Menschen umgeht, die unter dieser organischen Krankheit leiden, die übrigens von der WHO klassifiziert ist und seit 1948 bekannt. Und sollten Sie mich dann ernst nehmen und sollte es Ihnen möglich sein, Ihren Berufskollegen und der Politik zu vermitteln, dass wir da ein ernstes Problem haben (es gibt immer mehr Betroffene), dann können wir auch gerne darüber reden, ob ich vielleicht bereit wäre, meine Organe zu spenden, um Ihnen zu helfen, Leben zu retten.

Ich befürchte aber, dass es aufgrund von allgemeiner Ignoranz und Desinteresse nicht dazu kommen wird.

Computerviren und Antivirenprogramme …

 

Corona Virus und Impfungen

Seit Anfang der 1980er Jahre arbeite ich mit Computern. Der Computer in der Firma in der ich angestellt war, war damals so gross, dass er einen ganzen Raum ausgefüllt hat, die Bildschirme waren richtig schwere Möbel und die Backupkassetten fast so gross wie Bundesordner. Irgendwann hat dann der Heimcomputer die Haushalte erobert hat, der sogenannte Personalcomputer mit dem Dos-Betriebssystem von Microsoft. Es dauerte nicht lange und auch ich hatte so ein Teil zu Hause, wie so viele andere auch.

Von da an wurde ich ständig konfrontiert mit Viren bzw. der Warnung davor und dem Schutz vor solchen. Fast regelmässig 2 bis 4 Mal im Jahr wurden über die Medien Schreckensmeldungen verbreitet, in denen es um Computerviren ging, die in der Lage waren, Daten zu knacken, massive Schäden auf Festplatten zu verursachen oder gar ganze Computer zu zerstören. Die adäquate Hilfe liess nie lange auf sich warten. Kaum war eine solche Schreckensmeldung verbreitet, gab es ein paar Tage später auch schon das entsprechende Antivirenprogramm, mit dem man genau den einen und viele anderen Viren bekämpfen konnte. Ganze Virensoftwarepakete kamen auf den Markt und immer wieder auch die Updates für die eben erst aufgetretenen ganz gefährlichen Viren, Bugs, Trojaner und andere schädlichen Biester.
Man war als Anwender steht’s bemüht up to date zu sein und nicht zu nachlässig, denn wer hätte schon gewollt, dass, nachdem man sich ja von diesen Computern abhängig gemacht hatte, alle Daten plötzlich für immer verloren waren. Die Menschen strömten zu den Fachhändlern. Die Antivirenprogramme gingen weg wie die warmen Semmeln. So hat man denn schön brav immer wieder die Updates gekauft, wenn denn wieder ein neuer Virus auf den Markt kam. Kaufte man einen neuen Computer, waren Antivirenprogramme Pflicht. Dies wurde einem von den Verkäufern solcher Geräte eingehämmert. Irgendwann war es völlig normal, dass man Antivirenprogramme kaufte. Die Gefahr, die Angst vor Schäden, hatte sich so auf die Festplatte des Gehirns gebrannt, dass es selbstverständlich war. Wer einen Computer hat, muss in schützen, denn die Gefahr ist immer und überall und das Böse auch.

Es kam der Moment, wo es mir zu bunt wurde, dass da ständig Gefahr drohte, vor der man sich kostspielig schützen musste und irgendwann hegte ich den Verdacht, dass jene die die Viren in Umlauf brachten auch die sein müssten, die dann mit den Antivirenprogrammen ein Schweine Geld verdienen. Denn immer mal wieder so ein Virus, dass da so plötzlich bösartig die Runde machte, medial gepusht und beworben, kam mir reichlich suspekt vor. Die Marketingstrategie „Schaffe ein Problem und liefere die Lösung!“ drängte sich auf.

Die Virenideologie führte dann einmal zu einer Sättigung des Marktes und irgendwann verschwanden auch die Schreckensmeldungen aus den Medien. Es wurde still im Virendschungel. Mit einer solchen Meldung hätte man auch nichts mehr reissen können. Zu gut war fortan jeder Computer schon von Beginn an geschützt und die regelmässigen Updates macht der Computer mittlerweile online selbst. Die Viren waren/sind Schnee von gestern …

Jetzt, im Coronavirenwahn sehe ich mich mit der gleichen Frage wie damals konfrontiert: „Wer hat’s erfunden?“ „Wer hat etwas davon?“ „Wie kann es sein, dass da ein Impfstoff so schnell auf den Markt kommen soll, wie es vorher noch kein anderer geschafft hat?“

Zufall oder nicht, dass Bill Gates da seine Finger im Spiel hat? Dass er als Prophet einer Virenkatastrophe und gleichzeitig als Erlöser mit seinem Impfstoff fungiert. Das Antivirenprogramm für die ganze Menschheit! Man kann darüber denken wie man will.

Interessant ist es für mich allemal, dass Bill Gates am 18. Oktober 2019 schon von einer möglichen Pandemie mit einem Coronavirus gesprochen hat und nun als Retter der Katastrophe fast die ganze Weltbevölkerung mit SEINEM Impfstoff durchimpfen will und die Impfung in kurzer Zeit verspricht. Bill sei dank oder Bill Gates noch?